756 759. 269 756. Unbekannter Kupferstecher, dessen Lebenszeit das beige- Iq, 6, fügte Datum bestimmt. Dieses Zeichen fand Börnei- auf 1 44 einem Blatte, welches zwei hohe Personen zu Pferd vor- stellt, wovon die eine das Bildniss des Königs Christian IV. von Däne- mark seyn dürfte. Die Figuren sind im Vorgrunde einer Landschaft. Im Mittelgrunde links sieht man eine Reiterschwadron, hinten- ein Schloss, und in weiter Ferne ein Schiff. Rechts im Mittelgrunde sind zwei Haufen Fussvolk, und in der Ferne wird eine befestigte Stadt sichtbar. H. 5 Z. 9 L. Br. 8 Z. 10 L. 757- Hans von Gulmbach nennt Schhckeysen (Erklärung der Ab- H kürzungen aut Münzen dtc. S. 133) einen Stempelschneider, lcl, C welcher um 1523 in Nürnberg gelebt hat. Darunter müsste nun der bekannte Maler verstanden werden, welchen wir oben N0. 751 unter einem anderen Monogramme eingeführt haben. Ein Gepräge mit dem gegebenen Zeichen nennt Schlickeysen nicht, er gibt aber das erste Zeichen als jenes eines Stempelschneiders. In der kgl. Kunst- kammer zu Berlin ist ein geschnitztes Medaillen mit einem weiblichen Profilportrait und der Jahrzahl 1523, und oberwarts mit einem H ver- sehen. Auf der Rückseite ist ein durch die Landschaft hinsprengender Oentaur dargestellt, welcher eine grosse Blume halt, und mit einem Stabe in der Rechten darauf hindeutet. Darüber steht wiederum die Jahrzahl 1528, und unterwärts ein schräges Tafelchen mit dem zweiten Zeichen. Das Relief auf beiden Seiten ist äusserst flach, und nur auf das Hervorheben der Umrisse berechnet. Die Zeichnung ist nicht ohne Geist, die technische Behandlung aber sehr unsicher, so dass man die Arbeit nur als den Versuch eines Künstlers, der in der Plastik keine Uebung hatte, betrachten kann. Dieses Medaillen beschreibt Kugler (die k. Kunstkammer in Berlin S. 80), und fragt, ob man nicht allen- falls an Hans von Culmbach, den Schüler A. Düreris, denken könnte. Das ovale Medaillen zeigt nämlich eine ziemlich nahe Verwandtschaft zu dem Style Dürer's, und Hans von Culmbach bediente sich bekannt- lich auch zu Gemälden der Zeichnungen jenes Meisters. Wir möchten aber doch glauben, dass sich Hans von Culmbach mit solchen Arbeiten ohne höheren Kunstwerth nicht abgegeben habe. Und wenn sich eine bessere ltledaille mit dem von Schlickeyscn gegebenen Zeichen in Erz findet, dann ist von Hans von Culnibach noch weniger die Rede. 758. Garl August Helmsauer kommt schon im ersten Bande M N0. 2218 vor, und daher handeln wir hier nur über die 1:6 Blätter, auf welchen man dieses Zeichen findet. Eine Ra- dirung enthält drei Bäume in Mitte einer öden Landschaft. Höhe 6 Z. 9 L. Breite 8 Z. l L. Dann kommt dieses Zeichen auch auf einer Lithographie vor. Dieses Blatt stellt in Oopie nach Heinrich Goltzius Venus und Amor vor, Oval 4. 759. Hieronymus Guck, Maler, Kupferstecher und Verleger, geb. zu Antwerpen um 1510, gest. zu Rom 1570, war einer der-ersten holländischen Meister, welche sich durch die Kupferstecherkunst einen Namen erworben haben. Doch hat man ihm auch Blätter beigelegt, welche de1n Hans Collaert und dem Hermann Coblent angehören, wie wir N0. 762 bemerkt haben. Die ge- nannten Künstler traten erst nach dem Tode des H. Cock auf, und arbeiteten mit dem Grabstichel, während unser Künstler sich der Nadel bediente, und meist Landschaften mit historischer und mythologischer Staifage radirte. Wir müssen hier darauf eingehen, um den_ Kreis seiner Thätigkeit zu bezeichnen. Von ihm selbst geistreich radirt: