GRF. 327 328. Letzterer musste vor Rosso ebenfalls das Feld räumen, kam aber nach dem 1541 erfolgten Tode jenes Meisters wieder nach Fontainebleau zurück. Die Thätigkeit des Guido Ruggieri fällt vielleicht in die Zeit von 1542-. 1551, in diesem Falle ist aber der Ruggiero de Ruggieri des Vasari ein anderer Künstler, da derselbe erst 1597 als Direktor der Arbeiten in Fontainebleau starb. Guido Ruggieri ist übrigens in der Geschichte des Schlosses von Fontainebleau nicht vollkommen erwiesen, und doch wollen wir annehmen, dass der Träger des gegebenen Zeichens so heisse, da dieser mit Primaticcio zu Fontainebleau in Berührung kam. Malaspina, Catalogo II. p. 194, verfiel auf Rafael Guidi, welcher den Stichel in der Weise desAgostino Oarracci führte, aber mit we- niger Geschmack und Feinheit. An diesen Künstler ist jedoch nicht zu denken, und auch der Meister FG II. No. 2115 und 2914 ist eben- falls ein anderer, obgleich man ihn G. Ruggieri nennen wollte. Das Verzeichniss der Blätter des Guido Ruggieri im Künstler- Lexicon XIV. S. 24 bedarf daher einer Ausscheidung oder vielmehr einer neuen Redaktion. Nach wenigen Zusätzen aus jenem Artikel re- ducirt sich alles, was man über G. Rnggieri mit grosser Wahrschein- lichkeit sagen kann, auf das, was hier beigebracht ist. Ausserdem kann man ihm noch ein Blatt mit GRF zuschreiben, da wenigstens die Initialen auf seinen Namen passen. Die ihm gewidmeten weiteren Hypothesen müssen wir hier unberücksichtiget lassen, da unter dem Monogramme GB N0. 289 schon davon die Rede war. Das erste Zeichen fanden wir auf einem Blatte mit einer Scene aus der alten Geschichte. In der Mitte wird ein junger nackter Mann von zwei älteren Männern an der Tempel- oder Stadtmauer hingetragen. Links eröffnen drei Pfeifer den Zug, und rechts folgen Männer und Frauen nach. Rechts unten ist das erste Zeichen, hier Facsimile des Originals, und daher von jenem bei Brulliot I. N0. 1860 abweichend. In diesem ist ein I angedeutet, und daher steht im Künstler-Lexicon, dass das Monogramm aus GI R F bestehe. Unten in der Mitte steht: A. FONTA. anno. BOL. Die letzte Sylbe bezieht sich auf Primaticcio dem Bologneser. H. 9 Z. 1 L. Br. 14 Z. 2 L. Dieses Blatt beschreibt Bartsch XV. p. 415 und glaubt, dass das Zeichen sich auf Ruggieri beziehe. Den Stich will er aber dem Ge- hülfeii des Primaticcio nicht zuschreiben, sondern dem Giorgio Ghisi, da das Blatt in der Weise dieses Meisters behandelt ist. Was soll nun aber das Monogramm RuggierPs auf einem Blatte, welches G. Ghisi nach Primaticcio gestochen hat? Entweder bezieht sich das Monogramm auf Georg Ghisi, oder G. Ruggieri ist der Stecher. Ersterer bediente sich aber nie eines solchen Zeichens. Nach Brulliot kommt das erste Zeichen, welches er aber mit einem Punkte über den senkrechten Strich des R gibt, nur in den retouch- irteu Abdrücken vor, und das zweite auf Blättern erster Art. Wir haben letzteres nicht vorgefunden, und die Exemplare mit dem ersten Monogramme schienen uns nicht von einer retouchirten Platte zu kommen. Der Stich ist sehr schön und rein. 327. Guido Ruggieri nenntGori Gandellini iii. p. 183 den Trägerdieseg Zeichens, er scheint aber nur das vorhergehende Monogramm i]? ungenau nachgebildet zu haben. Wir kennen kein Blau; mit diesem Zeichen, und glauben daher, dasselbe streichen zu dürfen. 328. Gaspar Reverdino soll nach Gori Gandellini III. p. 156 durch dieses Zeichen seinen lflamen angedeutet haben. Der genannte äF Schriftsteller ist aber sicher in einem doppelten Irrthume. Re- verdino heisst nicht Gaspar, sondern Caesar, und scheint sich Monogi-ammiaten Bd. III. 7