GPP GPR. 277 279. 4) Venus, von Amoretten umgeben, nackt in einer Landschaft sitzend. Rechts zieht ein anderer Liebesgott den alten Faun am Stricke fort, und auf dem Rücken desselben sitzen zwei andere Amoretteu. Links vorn reicht ein alter Satyr mit dem Oberleibe herein. Unten nach rechts das Zeichen. H. 5 Z. 7 L. Br. 8 Z. Frenzel, Weigel und nach ihm Heller schreiben dieses Blatt dem Pehain entschieden zu, Bartsch N0. 6 einem unbekannten Italiener. 5) Vulkan in seiner Schmiede beschäftiget, während Mars links oben die Venus durch die Luft entführt. Rechts unten das Zeichen. H. 14 Z. 6 L. Br. 10 Z. 8 L. B. No. 7. 277. Unbekannter Zeichner oder Verleger, welcher in der zweiten G P P Hälfte des 16. Jahrhunderts thatig war. Man findet diese Initialen auf einem sehr mittelmtissigen Holzschnitte, welcher einen Mönch vorstellt, wie er eine heilige Nonne in den Sarg legt. Rechts scheint ein anderer Mönch den sitzenden Bischof zu trösten. Der Formschneider deutete seinen Namen durch ein aus TB besteh- endes Monogramm an. Die Platte wird auf der k. k. Bibliothek in Wien aufbewahrt. Bartseh IX. p. 437 gibt Nachricht darüber. Höhe 4Z.6L. Br.4Z.1L. 278. Giovanni Paolo Pannini (richtiger Panini), Architekturmaler, G f) ("g f geb. zu Piacenza 1695, gest. zu Florenznden 21; Okto- J J glßh berl768, Dieser als Decorationsmaler beruhmteKunstler hinterliess eine bedeutende Anzahl von Bautenmalereien, welche in der Regel eine reiche StaEage von Figuren haben, und auf Effekt hinge- arbeitet sind. Man findet in den ersten Gallerien Architekturgemälde von seiner Hand, aber nur weil sie schon zu Lebzeiten des Künstlers dahin kamen. Der schreiende Ton, und die decorationsmassige Be- handlung derselben findet nur noch in England Anklang. Die Initialen des Namens kommen auf Oelgemalden selten_vor. Man ündet sie aber auf Zeichnungen, welche meistens getuscht sind. Der Künstler zeich- nete aber auch J. P. P. Georg Knapton und Arthur Pond haben solche Zeichnungen imitirt. Ein Blatt des ersteren stellt den Apostel Paulus im Areopag zu Athen vor, und ist mit den obigen Buchstaben ver- sehen. Auch von Bartolozzi ündet sich ein Blatt mit G. P. P. Es stellt einen öffentlichen Platz mit einer Colonnade vor, auf welchem römische Soldaten eine Gruppe bilden. Die Lebensgränzen des Künstlers sind in den früheren Werken ungenau bestimmt. Die obigen, richtigen Data ergeben sich aus einem Briefe des Gio. Paolo Panini an den bekannten Kunstforscher Mariette. Ein Fragment dieses Briefes ist Mariette's Handexcmplar des Abecedario von Orlandi beigefügt. 279. Georg Philipp Rugendas, Schlaehtenmaler und Radirer, geb. zu Augsburg den '27. November 1666, gest. daselbst den G. 10. Mai 17452. Einer der begabtesten und fruchtbarsten jjß Künstler seiner Zeit, hinterliess er eine grosse Anzahl g von Bildern, welche den glücklichen Nachahmer des M. A. Cerquozzi, Boiirguignoti und_Tempesta verrathen. Rugendas ver- folgte eine streng naturalistische Richtung, besonders in seiner früheren Zeit, in welcher er seine handelnden Personen in höchster Kraftäusser- ung einführte, so dass seine Schlachten und Lagerscenen oft in ein wüstes, wildes Treiben ausarten. Spater strebte er nach grösserer Wahrheit in Form und Ausdruck, und zuletzt huldigte er einer mehr idealen Auffassung, wobei die Kraft der Handlung geschwächt wurde. In den Gemälden der letzteren Zeit herrscht wenig Abwechslung. Die Pferde sind von einem und demselben Schlage, und zuweilen lahm, und