606 AVC. 1436 1437. oder Maler ist auf dem Blatte nicht angegeben. Der Stich ist in der Weise der Wierx sehr zart behandelt, 8. Daniel Dumoustier zeichnete eine grosse Anzahl von Bildnissen in Crayon, deren auf der k. Bibliothek in Paris aufbewahrt werden. Sie sind gewöhnlich mit der Jahrzahl, und dem Namen des Künstlers bezeichnet: Fait par et pour Daniel Du- m0ustier. Eines seiner späteren Bildnisse istjenes der Anna von Oester- reich von 1622. Die Stiche nach den farbigen Crayon-Bildnissen Du- m0ustier's sind von iconographischem Werthe, da. er viele hohe und be- rühmte Personen getreu nnch dem Leben gezeichnet hatte. Die von der Anna von Boucket gestochenen Bildnisse kennen wir nicht. Die Künstlerin heisst indessen nicht A. van Boucket, sondern van Bouckel. Mit ihrem Namen bezeichnet kennen wir drei kleine Blätter mit den Heiligen Luigi Gonzaga, Stanislaus Kostka, und Hieronymus in der Wüste. Sie sind in der Weise der Wierx gestochen, wahrschein- lich nach französischen Vorbildern. Eben so fleissig behandelt ist ein Blatt, welches das Innere eines Zimmers zeigt, in dessen Hintergrund Maria mit dem Kinde und St. Anna vorgestellt ist. Im Vorgrunde zur Hälfte sichtbar, erscheint Ludwig XIII. in seiner Jugend mit der Kö- nigin Mutter. Unten steht: Anne Moncornet ezvcuat, gr. 8. Diese Anne Moncornet ist wahrscheinlich unsere Künstlerin als Gattin des bekannten Kupferstechers und Kunsthandlers Moncornet in Paris. 1436. Adrian van der Gabel nimmt eine zweite Stelle, unter dem A C, Monogramme A VK. N0. 1457 ein, und daher bemerken wir 4 hier nur, dass auf landschaftlichen Zeichnungen auch die Ab- kürzung des Namens vorkomme. In der Sammlung des Hrn. E. Harzen in Hamburg befindet sich eine Federzeichnung, welche eine heroische Landschaft vorstellt, und wie gegeben signirt ist. 1437- Anton Hierat, Buchdrucker und Buchhändler in Oöln, be- diente sich einer Verlagsvignette mit diesem Zeichen, in welchem Merlo (Kunst und Künstler in Cöln S. 546) jenes des Form- schneiders erkennen will. Wir glauben aber, dass die Buchstaben E R aus der Reihe des Namens Hierat entnommen sind, dass von unten auf die Buchstaben A C „Colom'a Agrippina," oder im Ganzen "Antonius Hieratus Coloniensis" gelesen werden müsse. In diesem Italic würde aber in der Vignette das Menogramm des Hierat zweimal vor- kommen, und das grössere enthält alle Buchstaben des Namens Hicratus. Das obige Zeichen bemerkt man an einer vorspringenden Verzierung. In einer Rundung mit der Umschrift: OOMITE FORTVNA VIBIFVIIC DVCE, hält der Greif ein Schildchen mit dem grösseren Monogrannnc des Hieratus. Allegorische weibliche Figuren bilden die Umgebung. In der Höhe sitzen die Hoffnung, der Glaube und die Liebe, zwei grössere Figuren stehen zur Seite. Unten sind die Figuren der Klug- heit, Gerechtigkeit, Massigkeit und Stärke. H. 5Z. 4L. Br.5Z. 1 L. Diese Vignette ist auf den Titeln der Hieraüsehen Verlagswerke eingedruckt. Unter einer derselben fand Merlo die Adresse: Coloniac Agrippinae. Sumptibus Anlonii Hierati, Bibtiopolae sub signo Gryphi. Anno M. DC. XIX. Börner kennt ein Exemplar mit folgender Beischrift: Cum Privilegiis. Francofurt-i ex Typographia Erasmi Kcmpjferi, Sump- tibus" Antonii Hierat Anno M. DC. XXIII. Hieraterlernte bei Johann Gymnich in Cöln die Buchdruckerkunst, und arbeitete dann nach dem Tode desselben für die Wittwe. Dess- wegen erscheint er um 1607 als Drucker mit der Adresse: Ex officina Antonii Hierali sub Monocerotc. In der Vignette dieser Druckwerke be- merkt man ein figürliches Zeichen, nämlich jenes des J. Gymnich, welches an der betreffenden Stelle vorkommt.