584 1404 1405. „Augusta Vindelicortim" bedeuten könnten. Ueberdiess ist das Blatt mit M lt bezeichnet, so dass wir auf dasselbe unter diesen Initialen zurückkommen. Es stellt den Heiland am Fusse des Kreuzes zwischen Maria und Johannes vor, welche ihn knieend verehren. In der Mitte unten stehen die Buchstaben M H, und links oben bemerkt man obiges Schildchen. H. 5 Z. 2 L. Br. 4 Z. 4 L. B. VI. p. 413 N0 1. 1404- Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Italien lebte. Sein Zeichen gibtBartsch P. gr. XIV. p. 376. Er fand es auf der mittelmässigen Copie eines Stiches nach Marco di Ravennaßs Statue des Marc Aurel. Der Copist brachte aber ein anderes Piedestal an, an welchem steht: IMP. CAES. DIVI ANTONII F. DIVI HADRIANI NEPOTI äc. Der Grund ist mit horizontalen Strichlagen bedeckt, aber ohne Landschaft an- zndetiten. H. 12 Z. 3 L. Br. 8 Z. 6 L. Das Monogramm deutet wohl den Copisten an, wenn man nicht das Blatt dem Agostino Veneziano unterstellen wollte, von welchem es aber nicht herrühret. Dasselbe Zeichen findet man ferner auf einem Kupferstiche nach Michel Angelo, welchen Bartsch nicht kannte. Maria sitzt mit dem auf ihrem Schoosse schlafenden Kinde, und hält ein Buch in der rechten Hand. Links ist Johannes, und rechts neben der Maria steht Joseph. Unten rechts bemerkt man das Monogranmi, und im Rande steht: Dor- miente vigilat, gr. fol. 1405. Moriz Ensinger, und Jörg Syrlin son. und jun. Auf diese Werkzeichen haben drci Künstler Anspruch, welche im 15. Jahrhunderte in Ulm thätig waren, und von da aus auch in andere Gegenden Schwabens ihren Ruf verbreiteten. Man kann in ihren Zeichen ein A" I A V. vermuthen, und da zwei Träger derselben Ar- chitekten und Steinmctze sind, so würde es nahe liegen, Archizectus Vlmensis zu lesen. Allein damit ist nichts gewonnen, indem eine ganze- Künstlerfamilie gewöhnlich das eine und dasselbe Werkzeichen führte. Das erste ist jenes des Moriz Ensinger, dessen Name in der Geschichte des Münsters zu Ulm verherrlichet ist. Er mag es aber von seinen Vorältern ererbt haben. Die Münsterpiiege bestellte schon 1390 den Ulrich Ensinger zum Kirchenmeister. Er stammte aus Bern, und hatte zwei Söhne, Caspar und Matthäus. Im Jahre 1429 muss er gestorben seyn, da in diesem Jahre Caspar als Kirchenmeister der Frauenpfarre erscheint. Matthäus wurde 1430 Kirchenmeister zu Bern im Uechtlande, da Mathias Heinz von Strassburg den Münsterbau zu St. Vincenzen daselbt nicht mehr vollenden konnte. Matthäus kehrte aber später wieder nach Ulm zurück, da Caspar Kueu, der Nachfolger seines Bru- ders im Kirchenmeisteramte 1446 mit Tod abging. Er vollendete 1449 das Ohorgewölbe des Ulmer Münsters, betrieb die Aufrichtung der Pfeiler des Hauptschiifes, und erbaute auch noch den Vorderthurm. Nach seinem 1463 erfolgten Tod tritt endlich dessen Sohn Moriz auf den Schauplatz. Er wurde 1465 auf zehn Jahre, und 1.470 auf Lebens- zeit zum Kirchenmeister ernannt. Moriz Ensinger schloss 1471 das Gewölbe des Mittelschiifes, oder das Hochwerk, und 1478 waren unter seiner Leitung auch die beiden Seitenschiffe ausgebaut. Moriz hatte das Grösste vollendet und starb 1480. Sein, oder seines Vaters Brust- bild in Stein ist im Münster, und diesem ist das Werkzeichen beigefügt. Das zweite Zeichen ist jenes des Bildhauers Jörg Syrlin sen., welcher als Steinmetz in der Architektur in gleichem Grade erfahren war. Das Monogramm mit dem Namen: Jerg Syrlin 1482, ist auch am Fisch- kasten (Brunnen), in Ulm eingehauen. Seine Werke haben wir im