482 1107. zum Grabe gehöre, zu giessen. Dieser Künstler stammt aus München, und war Hofmaler des Kaisers. Der k. k. Statthaltereisekretair J. Wieser in Innsbruck besitzt zwei Autographen von ihm. Das eine ist eine Quittung: Würzburg den 31. Oktober 1505, und in dieser nennt er sich „Gilg Maller von München". Das andere ist ebenfalls eine Quit- tung, in welcher er, „Gilg k. M. Hofmaler", unter dem 8. Dezember bekennt, vier Gulden Rh. zur Zehrung in Augsburg erhalten zu haben. Meister Gilg Sesselschreiber zog sich aber 1516 die Ungnade des Kaisers zu, indem er Geld und Material empfangen hatte, aber die Arbeit so wenig förderte, dass er sich flüchten musste. Der Kaiser erliess daher den 11. Juni 1516 an das Regiment zu Innsbruck den Befehl, den Künstler vorzuladen, und Bürgschaft zu fordern, und im Falle einer Flucht, ihn gefanglich einzuziehen. Die Regierung wandte sich am 15. Juni nach Augsburg, wo nach ihrer Erkundigung Meister Gilg sich aufhalten sollte. Peutinger hielt ihn daselbst am 19. Juni an, und lie- ferte ihn auf kaiserlichen Befehl nach Innsbruck, wo man mit dem Künstler dahin verhandeln sollte, dass er die Visirung, wie die Bilder nach einander stehen sollten, also den Entwurf des ganzen Werkes, wieder herausgebe. Die betreHende Urkunde gibt Th. Herberger l. c. S. 23, und versichert, dass die Arbeit in Augsburg fortgesetzt wurde. Ini Jahre 1517 waren nämlich daselbst noch grössere Arbeiten bestellt. als je zuvor, nur hatte Pcutinger bedeutende Anstände. Der Kaiser hatte ihm 100 Zentner Kupfer zu liefern versprochen, Peutingei- meinte aber, er reiche mit der Hälfte. Der Kaiser wollte daher, dass er 50 Zentner verkaufe, um mit dem Erlöse andere Auslagen zu decken. Allein statt des Kupfers überschickte Maximilian nur 100 Gulden, für die man Kupfer kaufen sollte. Damit war aber wenig zu bewerkstelligen, und Peutinger's Eifer, vom Kaiser Geld und Material zu erhalten, war ver- gebens. So konnte es wohl kommen, dass der Bildhauer Muschgat aus Geldnoth Bilder versetzen musste. Dieser Meister dürfte die meisten Modelle zu den Gusswerken geliefert haben, denn er starb 1527, wie aus dem alten, von Thomas Burgkmair angelegten Handwerksbuche der Stadt Augsburg erhellet. In diesem heisst aber der Künstler Muschat, was nicht hindert, ihn mit Muschgat zu identificiren. In einem von Herberger publicirten Documente wird er sogar Muschgart genannt. Die Statuen, welche in Augsburg gegossen wurden, lassen sich nicht genau bestimmen. Am Piedestale des Königs Ferdinand von Spanien ist ein Zeichen, welches dem Augsburger Stadtpyi-(Pinienapfel) gleicht, und dieses Bild könnte daher in Augsburg gegossen soyn. Nach Beda Weber (das Land Tyrol I. S. 264) soll das Standbild des Theoderich, das beste von allen, im Jahre 1513 gegossen worden seyn, so wie jenes des Königs Arthur. Diese Werke gehören demnach der Augsburger Gicsshütte an. Th. Herberger l. c. S. 25 zahlt dazu auch die 23 kleinen Statuen, welche Heilige aus dem Geschlechts des Kaisers vorstellen, wozu C. Pentinger und Dr. Sebastian Braut dem Kaiser die historischen Nachrichten liefern mussten. Allein es ist kaum glaublich, dass der Kaiser die Nebenfiguren vor den Hanptfiguren habe fertigen lassen. Eine Urkunde von 1529 könnte ihren späteren Ursprung in Innsbruck nachweisen. In der „kurzen Beschreibung der Abbildungen der in der I-Iofkirche zu Innsbruck aufgestellten 28 erzenen Statuen. Innsbruck 1826111", finden sich, wie auch in einigen anderen Schriften, keine genügenden Angaben über die Künstler, welche diese Standbilder gefertiget haben. Gewöhnlich wird Gregor Löffler als der Urheber der grösseren Statuen genannt, welcher sie um 1550 gegossen haben sollte. Allein die Jahrzahlen an den Piedestalen einiger Statuen weisen auf die Entstehungs-Zeit von 1525, 1527, 1528, 1529 und 1533. Die