396 910. 6) Die Madonna mit dem Kinde und Joseph, dabei eine Heilige und ein Bischof unter der Weinlaube. Nach einem fast unbekannten Exemplare in Tuschton mit Weiss, welches Th. Wilson besass, und im Catalogue raiaonne of the select Colleclion of Engravings of an Amateur- London 1828. No. 144, beschreibt, fol. 7) Christus und die hl. Frauen auf der Treppe, wie er von der Mutter Abschied nimmt, B. No. 14. Nach einem Exemplare in Tusch- ton mit Weiss, fol. Die Blätter No. 4-7 findet man im zweiten Bande des Werkes von R. Ford, welches sehr selten vorkommt. In der Vorrede erklärt der Verfasser den A. Meldolla mit A. Schiavone bereits für Eine Person, aber ohne sich auf die von E. Harzen beigebrachten Beweise stützen zu können. Bartsch P. gr. XVI. p. 34 schreibt dem A. Meldolla 87 Blätter zu. W. Smith bringt in der neuen Ausgabe von Bryan's Dictionary of Pain- ters. A new edition by G. Stanley. London 1849, das Werk auf 119 Blätter, unter Anführung vieler Varianten. Darunter sind die höchst seltenen Blätter, welche in den Cabinetten von Sykes, Wilson und Ottley beschrieben werden. Die Preise bei der Auktion dieser Sammlungen sind theils sehr hoch. Ein- von Bartsch nicht beschriebenes Blatt der Sammlung Sykes, welches die hl. Familie mit Heiligen vorstellt, kam auf 9 L. 5 Sh. zu stehen. In Mitte des Blattes sitzt Maria mit dem Kinde auf dem Schoose, und richtet bei etwas nach rechts geweudetem Kopfe den Blick nach der links knieenden Frau. Rechts ist ein heil. Papst, und weiter zurück sieht man St. Joseph. H. 83], Z." Br. 53]. Z. Ein Blatt mit badenden Nymphen von Satyrn überrascht, freie Copie nach Parmigianinds Hellduukel, wurde mit 4 L. 4 Sh. bezahlt. H. 951„ Z. Br. 65A, Z. Das Urtheil des Paris, B. 80, galt 6 L. 15 Sh., die Grab- legung, B. 18, 5 L., die hl. Familie, B. 64, 4 L. 15 Sh., die hLJung- frau mit Kränzen, B. 66, 3 L. 8 Sh., die Geburt Christi, B. 6, 2 L. u. s. w. Einegeistreich radirte Darstellung der Heilung des Lahmen, ähnlich dem Blatt No. 15 bei Bartsch, wurde in der Sternbergschen Auktion nur mit 8 Thaler bezahlt. Dem Andrea Schiavone schreibt Bartsch P. gr. XVI. p. 77 nur 33 Blätter zu, und wenn man nach E. Harzen noch einige zwanzig unbeschriebene hinzurechnet, so wird die Gesammtzahl der Nadelarbeiten Meldollzüs sich auf ungefähr zwei- hundert belaufen. Nach Bartsch und Zani sollte man annehmen, Meldolla habe stets den Parmegiano copirt, allein er war ein genialer Meister, welcher schon im fünf und zwanzigsten Jahre seine Selbstständigkeit behauptete. Auf einem Hauptblatte von 1547, welches den ;Raub der Helena vorstellt, nennt er sich Inventar. Parmigiands Einüuss kann wohl nicht ge- läugnet werden, Meldolla's Nadel ist aber sehr verschieden von jener dieses Meisters, sowohl freier als malerischer. Hinsichtlich der gegebenen Monogrammen bemerken wir, dass sie sehr versteckt angebracht, und öfters nachlässig und sehr leicht gezogen sind. Auf anderen Blättern stehen die leicht geritzten Buchstaben AM, und dann auch ein Monogramm MA in verkehrter Richtung. Ein wei- teres Zeichen ist aus den römischen Buchstaben M F zusammengesetzt, doch in der Art, dass auch das A angedeutet ist. Bartsch gibt" das zweite, dritte und vierte, das fünfte und das sechste Monogramm fügte E-Harzen seiner Abhandlung über Meldolla bei. Er erklärt sie als die gewöhnlicheh, oft sehr versteckt angebrachten Zeichen. Zani deutet sie „Mazuoli Parmegiano." Unter dem Namen Andrea Scjhiaonfl konmien wir auf diesen Meister zurück, da Blätter in späterem Drucke auf solche Weise bezeichnet sind.