206 DÜRER. 350. scheiden. In letzterem steht nämlich im Worte .,Caesar" das ae im Bauche des C, in der Repetition folgen die Buchstaben schreibgerecht aufeinander. Auch ünden in dieser keine Zwischenräume als Absetzung der einzelnen Worte in der oberen Zeile statt. Dann ist die Repetition kleiner. H. 15 Z. 3 L. Br. 11 Z. 9 L. Bei genauem Vergleich der Zeichnung und des Schnittes beider Blätter ergibt sich überdiess eine auffallend entschiedene. von einander abweichende Ausführung des Kopfes. Die Repetition zeigt in allen Theilen eine imverkennbare Nach- ahmung des Holzschnittes mit der Einfassung, B. 153. In dem oben beschriebenen Blatte aber ist eine selbstständige, freie und zarte Be- handlung bis in's Kleinste verfolgt. Besonders hervorleuchtend ist diese in den Schatten des Gesichtes, welche mit grösstem Gefühle und Form- sinn, durch sichere, und zugleich ungezwungene Schraffirungen ausge- drückt sind. Die Züge treten mit grosser Lebendigkeit klar hervor. Die Originalzeichnung dürfte nach Schorn jene in der Sammlung des Erzhe gs Carl seyn, auf Stein nachgebildet von F. Krammer. Nach der Amchrift hat Dürer den Kaiser 1518 zu Augsburg "hoch obn Auf)" der pfalz in seine kleinen stüble co-nterfeit". Der Holzschnitt mit der Einfassung, B. No. 153, hat die Jahrzahl 151.9 , und somit dürfte der Originalschnitt gleich nach der Zeichnung in Angriff genommen worden seyn. Der von Direktor Schorn beschriebene Original-Holzschnitt wurde von R. Hüser optisch-litho-typographisch (Maschinen-Lithographie) vervielfaltiget. Eine frühere Copie auf Stein ist von August Küntzel. Das Vorbild fand er in der Sammlung des Ministers von Nagler, welche jetzt einen Bestandtheil des k. Kupferstich-Oabinets in Berlin ausmacht. KüntzePs Werk hat den Titel: Sechs der schönsten und seltensten Holzschnitte von A. Dürer. Berlin 1832, gr. fol. 148) Kaiser hfziximilian I., Brustbild nach rechts mit dem Hute, zwischen zwei Säulen 1519. B. No. 153. H. No. 171. H. 20 Z. Br. 14 Z. Die neueren, noch guten Abdrücke zeigen einen Platten- sprung. A. Kamphausen in Göln hat dieses Bildniss 1848 palingra- phisch vervielfältiget. 149) Sebastian von Rotenhan, nach links gerichtet mit einer ge- stickten Haarhaube. Um den Hals hängen ihm drei Ketten, und ein grosser Mantel deckt Schultern und Brust. H. 7 Z. 8 L. Br. 6 Z. Dieses Bildniss findet man in folgendem Werke: Reginonis Monachi Prumiensis Annales, nec non tam de Augustorum vitis, quam aliorum gestts et docte et compendiose disserentes, ante sexingentos ferc annos editi (a Seb. de Rotenhan). Moguntiae in aed. Joa. Schoeller Mense Augusto MDXXL, fol. Auf der Rückseite des Bildnisscs ist lateinischer Text, welcher sich auf S. von Rotenhan und dessen Ausgabe des Chronicon Reginonis bezieht. Heller macht auf dieses Bildniss und das Wappen des Rotenhan No. 2144 aufmerksam, setzt aber beide unter die zweifel- haften Blätter. Das Bildniss des Rotenhan ist jedoch im Ganzen so meisterhaft, und namentlich der Kopf so malerisch frei behandelt, dass Weigel, Kunstkatalog No. 17,025, darin einen trefflichen Original- fbrmschnitt Dürr-er's erkennt. Dieses Bildniss liegt wahrscheinlich auch jener in Holzschnittmanier gegrabenen Kupferplatte im Besitze des Herrn Baron Hermann von Rotenhan zu Rentweinsdorf zu Grunde, worüber Heller im Kunstblatt 1847 ÄS. 47 berichtet, und zwar als von einem unbekannt gebliebenen Werke Dürer's. Allein die Platte muss schon früher abgedruckt worden seyn, denn Knorr erwähnt unter No.66 eines Rotenhantsclien Wappens mit einem geharnischten Manne, aus welchem Heinecke No. 38 ein Wappen macht, "worinen ein gebar- nischter Mann". Hermann Freiherr von Rotenhan liess von der Kupfer- platte Abdrücke machen, und somit ist die Composition jetzt bekannter,