204 DÜRER. 350. Jahren, und 1853 erwarb Herr Cornill d'Orville daselbst das Exemplar der Ackermanmschen Sammlung um den höchsten Preis, der je erzielt wurde, um die Summe von 176 Thalern. R. Weigel bietet im Kunst- katalog No. 16,746 die vollständige Säule für 60 Thlr. an. Dieses Exemplar kam vermuthlich nach Wien. Ausserdem findet man in Ca- bineten nur einzelne Stücke. August Küntzel hat diese Säille mit der Feder auf Stein copirt: Sechs der schönsten und seltensten Holz- schnitte von A. Dürer, Berlin 1832, gr. fol. 140) Die Buchdruckerpresse mit drei Arbeitern und der Jahrzahl 1520. H. 4 Z. 4 L. Br. 3 Z. Diesen Holzschnitt zeigt Heller No. 2093 unter den zweifelhaften Blättern Dürer's an, man wird ihn aber vollkommen streichen müssen. Es handelt sich höchst wahrschein- lich um die Buchdrucker-Vignette des Jobst Badius Ascensius. Die Presse sieht man in Mitte eines Zimmers, und über der Spindel steht: Prelum Ascesianü. Ein Arbeiter zieht die Presse, links steht ein zweiter mit den Ballen, und rechts ist ein Setzer am Schriftkasten be- schäftiget. Zwischen diesem und der Presse liegt zum Drucke bestimm- tes, und auch bereits bedrucktes Papier auf einer Bank. Am Fuss- gestelle der Presse steht die Jahrzahl: 15 20. H. 4 Z. 3 L. Br. 2 Z. 11 L. reichlich. J. Badius druckte bereits 1495 in Paris, und liess 1520 eine zweite, der ersteren ähnliche Vignette anfertigen. Die frühere hat das Zeichen IAB, und ist geringer in Schnitt und Zeich- nung, als jene von 1520. A. Dürer wird von Paris aus keinen Auf- trag erhalten haben, da sich zu jener Zeit auch in Frankreich tüchtige Form- und Metallschneider fanden. Titeleinfassungen. 141) Eine Leiste mit einem Gärtner, der einen Kübel hält, aus welchem ein Weinstock mit Früchten gewachsen ist. In der Mitte des- selben sitzt ein nach rechts gekehrter Vogel mit langem Schnabel. Unten links ist eine Libelle, welche nach dem rechten Fuss des Gärt- ners fliegt, dessen linker Fuss bloss ist. H. 5 Z. 6 L. Br. 1 Z. 4 L. Diese Leiste schreibt Hr. Cornill d'0rville in Dr. Naumann's Archiv für die zeichnenden Künste, zweiter Jahrgang S. 102, dem A. Dürer zu. Kein anderer Schriftsteller erwähnt einer solchen Vorstellung, und selbst Hr. J. A. Börner, durch welchen das Blatt dem erwähnten Samm- ler Düreüscher Produkte zukam, weiss nicht, zu welcher Titelbordure die Leiste gehört. Das Monogramm des Meisters ist nicht angebracht, der wie Federzeichnung behandelte Holzschnitt tragt aber völlig Dü- rer's Charakter, und erinnert sehr an die Zeichnungen in dem bekannten Gebetbuche des Kaisers Maximilian auf der Hof- und Staatsbibliothek zu München. Das fehlende Monogramm entscheidet nichts gegen die Aechtheit. Auch viele andere Arbeiten des Meisters sind unbezeichnet, und darunter gehören die meisten zu den bessten desselben. Mehrere sind von grosser Seltenheit, weil man Blätter dieser Art von jeher nicht als Erzeugnisse Dürer's erkannte, sie gering schätzte, und dem Untergauge preisgab, während zweifelhafte und geringe Blätter mit dem öfter erst später aufgesetzten Monogramme erhalten wurden. 142) Die Titeleinfassung mit Johannes auf Pathmos, und der Taufe Christi. B. App. N0. 30. H. 9 Z. 4 L. Br. 6 Z. 4 L. Bartsch streicht dieses schöne Blatt aus der Reihe der Arbeiten Dürer's, ob- gleich es dieses Meisters würdig ist. Die Verzierungsleisten stammen wahrscheinlich aus der Druckerei des F. Peypus, und wurden, theils in Abklatschen, zu mehreren Werken verwendet, deren Heller N0. 1934 aufzählt, jedoch ohne der Ausgabe der Revelationes celestes-- beute vir- ginis Brigitte Norimberge, J. Koberger 1517, des Pomertum sermonum