DÜRER. 350. 197 gabe der Ehrenpforte befindet sich auch im k. Museum zu Stockholm, und zwar ganz vollständig auf 31 Foliobogen, und 5 Bogen Text in xylographischem Druck. Die Blätter sind von bewunderungswürdiger Erhaltung, ohne die geringste Spur eines Plattenrisses. Auf der Rück- seite des ersten Blattes steht mit Tinte geschrieben die Jahrzahl1544, nebst einer Notiz in deutscher Sprache, dass die Blätter vollständig seien und zusammengefügt werden müssen. Die Aechtheit der Hand- schrift unterliegt keinem Zweifel, und somit ist auch dadurch bewiesen, dass schon lange vor 1559 vollständige Exemplare im Drucke erschienen sind. Graf Bielkefindet es sogar wahrscheinlich, dass schon 1515 solche ausgegeben wurden. Das Exemplar in Stockholm ist gebunden, und hat auf dem Einbande den Namen des ehemaligen Besitzers: „Carl Gustav Tessin." Die Mittheilung des Grafen Bielke bewog auch den Professor J. M. Thiele, Direktor der k. Kupferstich-Sammlung in Copen- hagen, die beiden daselbst vorhandenen Exemplare der Ehrenpforte zu untersuchen, und er berichtet in einem an R. Weigel gerichteten Schreiben, welches in dem genannten Kunstblatt 1853 S. 178 abgedruckt ist, dass beide Werke alle Kennzeichen des von Bartsch als Unicum hingegebenen Exemplares aus dem Oabinet Fries tragen, so dass also jetzt statt einem vier Abdrücke vorhanden sind. Ja die Abhandlung von Dr. Glax brachte den Direktor Thiele sogar zu der Ansicht, dass die Exemplare in Copenhagen noch einer früheren Edition als A und B bei Glax angehören müssen, dass sie wenigstens einigermassen als früher abgezogene Aushängbogen, oder etwas Aehnliches zu betrachten seien. Hr. Thiele fügte nämlich ein Exemplar auf Leinwand zusammen, bei welcher Gelegenheit die Blätter vorerst in's Wasser gelegt wurden. Jetzt zeigte sich, dass mehrere der Inschriften durch oben angeleimte Zettelchen corrigirt waren. Es heisst im linken Portal auf dem ange- leimten Zettel: ,.Die Portcn des Lobs" , aber unten stand im schönsten Drucke: "Die Perlen der Beeren". Im Thorweg rechts, wo Bartsch und Heller „die Porten des Lobs" haben, steht auf dem angeleimten Zettel: "Die Porten des Adels". aber unter dem Zettelchen zeigte sich im Drucke: "Die Porten der Obristen Freuntschalft". Um die Sache deutlicher zu machen, theilt Thiele alle drei Portalinschriften mit, wie sie in den Copenhagener Exemplaren ursprünglich sind: Im grossen Portal in der Mitte: "Die PorteTt der Eere Vnd Macht". Im kleineren Portale links: "Die Porten der Eere". Im kleineren Portale rechts: "Die Perlen der Obristen Freuntschalft". Ausserdem fanden sich auch einige auf die- selbe Weise gemachte Correkturen in der Stammtafel. Statt: "Boitzel der grossmuthig" steht hier: "Otto der trösllich", statt: „Wernherus der guetig", "Gunt-ram der dapßer". Die Worte: Francia, Sycambria, Troja, sind nicht umgekehrt, wie bei Bartsch und Heller steht. Die Schnirkeln unter Stabius' Text sind, wie angegeben, nicht auf zwei angeleimten Leisten zugefügt. Diese Schnirkeln stehen hier mit dem Text in unmittelbarer Verbindung. Die erste der geschichtlichen Vor- stellungen der Ehrenpforte über der Porten des Lobs hat die In- schrift: "Gott hat sein gnad an im ertzaigt", diese Verse fehlen aber in der Ausgabe A und B bei Glax, während alle anderen Verse mit der Ausgabe A. stimmen. Nur die Platte X1154: "Der letzte Krieg an- gefangen ward etc." fehlt ganz, und die Stelle ist weiss gelassen. Bei weiteren Forschungen über die Ehrenpforte sind daher nicht allein Bartsch und Heller, sondern vornehmlich auch Glax, und die Mittheil- ungen des Grafen Bielke und Direktors Thiele im Kunstblatte 1853 S. 15 u. 178 zu Rathe zu ziehen. Aus Allem scheint hervorzugehen, dass schon zu Lebzeiten des Kaisers Maximilian Abdrücke gemacht wurden, wozu jene mit dem eingeschnittenen Text gehören. Nach dem Monogrnmmlslen. 18