176 A. DÜRER. 350. Zusätze zu den Werken von Bartseh und Heller. (Supplemenle enthält aber auch der vorhergehende Abschnitt.) Holzschnitte. Biblische Vorstellungen und Heilige. 56) Die Vertreibung der ersten Menschen aus dem Paradiese. Aus der Folge der kleinen Passion, B. 18. H. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 7 L. Herr Oberbaurath Hansmann in Hannover macht in Naumannts Archiv für die zeichuenden Künste I. S. 54 auf zweierlei Originalabdrücke auf- merksam, indem auf dem einen der Rückgrath der Eva durch eine ein- fache Linie angedeutet ist, während auf dem anderen die denselben bildende Linie von zehn Querstrichen durchkreuzt wird. Auch noch andere geringe Abweichungen sind zu bemerken, namentlich an den kleinen Querschraffirungen, welche vom rechten Schulterblatt der Eva heruntergehen, und an den vier Querstrichen oberhalb der rechten Lende derselben. Im Uebrigen aber sind die Abdrücke so vollkommen über- einstimmend, dass es Hr. Ilansmaun für gewagt halt, anzunehmen, sie wären von zwei verschiedenen Holzstöcken abgezogen. Nach seiner Ansicht hätte Dürer den ursprünglich mit den Querschraffirungen ge- arbeiteten Holzstock vor Benützung desselben zur kleinen Passion mit Text umändern, und namentlich die Querschraffirungen entfernen lassen müssen. Und somit wären die Abdrücke mit diesen die ersten. Die Exemplare mit den Querstrichen im Rückgrathe sind sehr selten, und da in allen Ausgaben der Passion, mit und ohne Text, die Eva mit einfachem Rückgrathe erscheint, so dürfte wohl eine neue Platte geschnitten werden seyn. Hausmann behauptet zwar, dass in den gewöhn- lichen Abdrücken der Rückgrath einen besseren Schwung habe, ein solcher kann aber nicht gegeben werden, wenn die hochgeschnittene Linie denselben nicht ursprünglich hat. Die Schrafiirungeu können allerdings leicht weggenommen werden, in den kleinen Querschrafiir- ungen am Schulterblatt und an der Lende des Weibes liessen sich aber keine Abweichungen bewerkstelligen, da das Holz umher in der Tiefe sich befinden musste, und desswegen die Abweichung unmöglich machte. Wir glauben daher, dass die jedenfalls sehr wenigen Exemplare mit schrafürtem Rückgrathe von einer verworfenen Platte kommen, vielleicht von der ersten des ganzen Werkes, welche zur Probe geschnitten wurde. In so ferne dürfte ein Blatt mit den Schraffirungen auf die Bestimm- ung der Abdrucksgattrlngen keinen Einiiuss haben. 57) Simson tödtet den Löwen, indem er ihm den Rachen aufreisst. B. N0. 2. H. 8 Z. 9 L. Br. 5 Z. 10 L. Die alten Abdrücke sind selten, häufiger aber die neueren, indem zu Anfang unsers Jahrhunderts dielPlatte noch vorhanden war. Eine verkleinerte moderne Copie ist in der Histoire des Peintres de toutes les ecoles, par Ch. le Blanc. H. 5 Z. 5 L. Br. 3 Z. 11 L. Im Jahrgang 1851 des Art-Journal findet man ebenfalls einen Abdruck. 58) Der Engel verkündet dem Joachim die Geburt der hl. Maria, aus der Folge des Lebens der hl. Jungfrau, B. No. 78. Diese Vor- stellung könnte man eher für die Verkündigung des Engels an die Hirten nehmen, wenn nicht die im" Vorgrunde knieende grosse Figur des Joachim, gegen welche der Engel mit Brief und Siegel an den Bänmen herabschwebt, zu einer anderen Ansicht brächte. In seiner Nahe sind staunende Hirten, und die Heerde. H. 11 Z. l L. Br. 7 Z. 8L. Von diesem Blatte hat man nur altere Copien in Kupferstich, in der neuesten Zeit erschien aber eine gleichseitige Nachbildung in Holz- schnitt in folgendem Werke: Zllbrecht Dürer Album. Eine