320 II. Theil. Capitel. Amsterdam sich seiner Erziehung während Dord- recht sich die Geburt des grossen Künstlers "anmaasse". Uebrigens war B01 in Amsterdam nicht allein 3115 Gründen seiner künstlerischen T hätigkeit eine angesehene und beliebte Persönlichkeit, sondern auch zufolge seiner 'I'l1ätig- keit im öffentlichen Interesse und 211.15 rein persönlichen Gründen. Man kannte und schätzte ihn seit einer langen Reihe von Jahren und glaubte schliesslich, er sei schon frühzeitig näch Amsterdam gekommen und daselbst erzogen worden. Das scheint aber E1115 zwei Gründen sehr unglaub- lich: erstlich waren B0l's Eltern wohlhabend genug, um für die Erziehung ihres Sohnes mit Leichtigkeit sorgen zu können; sodann lebte in Dordrecht der vielseitig begabte, tüchtige, i. J. 1594 geborene Maler Jacob Gerritsz Cuyp, der sehr Wohl im Stande war, die künstlerische Ausbildung des talentvollen Knaben Z 11 übernehmen. Dass derselbe noch mehr als z. B. Lastmann im Stande war, einen hochbegabten Jüngling Zll unterweisen, bezweifeln; wird Niemand ist doch auch sein Sohn Albert E1115 seiner Schule hervorgegangen. Durch diese Erwägung wird ES klar, WELS OS mit der mannigfachen Verwandtschaft Cuypächer und sogenannter "Rembrandifscher" Bilder auf sich habe?) Der grosse Ferd. B01 hat in dem bedeutend begabten J. Gerritsz Cuyp den rechten Lehrer gefunden und die Cuypäche Technik und von Naturwahrheit ist die solide Basis gewesen, der seine künstlerische Auffassung und G-e- staltungskraft den Ausgang nahm und auf welcher sich sein Genie selbstständig entwickelte. Ein sehr 1) Auch die Benjamin Cuyp'schen Bilder, die in Technik und Be- leuchtung an die dem "Rembrandt" zugeschriebenen Jugendwerke mehr- fach erinnern, finden hieraus ihre Erklärung.