Z7! 712 chronol. Verzeicluziss der Genzälde RafaePs. 95 bedeckt seine berabhängeuden blonden Haare. Seine Augen haben eine gelbhraune Farbe. Der Hintergrund ist grün. Die Behandlungsweise dieses Bildes im Allgemeinen hat zwar einige Ähnlichkeit mit der früheru Ralaells, ist aiber zu geistlos für ihn und sind auch die Hände von steifer Zeich- nung, weshalb es diesem Meister in keiner Weise darf zu- geschrieben werden. Sind wir recht unterrichtet, so wurde ES seitdem nach England verkauft. Mehr Ausprucli auf Echtheit, suwcl in Bezug auf den Meister als auf die dargestellte Person, macht ein Portrait in der Galerie des Fürsten Paul Esterhazy von Galautha in Wien. Der hier dargestellte junge Mann ist in drei Viertheilen nach links gewendet, trägt eiu rothes Unterkleid und ein braunes Oberkleid; den Kopf bedeckt ein rothes Barett; die Hände legt er auf eine Brüstung und hält in der Rechten ein zusammengelegtcs Papier. Der landschaft- liche Hintergrund ist breit behandelt. Nase und Mund sind fein, der Ausdruck ist angenehm und hat das Gesicht Ähn- lichkeit mit dem Portrait des Fraucesco Maria della Rovere in der Schule von Athen, nur dass er hier im Wiener Bild etwas jünger erscheint. Der dünne Auftrag der Farbenl ist geistreich behandelt und sind die Lichter weisslich aufgesetzt. Die Hände haben theilweise gelitten und sind übermalt. Das wenig unter Lebeusgrösse gehaltene Bildniss scheint ums Jahr IÖÜS gemalt. Auf llolz. RafaePs Portrait von sich selbst. 1506. Dieses so höchst anziehende Bildniss besitzt nicht mehr seine ursprüngliche Frische; denn der schon dünne F arbeu- üllllrag ist durch öfteres Reinigen des Bildes noch durch- sichtiger geworden, so dass man jetzt die schraliirte Auf- zeichnung darunter erkennen kann. Auch ist es in einigen Theilen hergestellt. Dennoch leuchtet noch überall des grossen Künstlers Genius und Meisterschaft durch. Abbildungen: Calamatta del. lith. par G-wll- 1840- fßl- Lith. p. A. Angeliu. 1845, fol, P. Coiny, leicht gestochen