12 M alereicn in der Stauza llella Segnatura. von Athen und im „Trionfo d'Amore", Cap. 1, 4, die des Parnasses. Auch in der bildenden Kunst hatte schon im 14. Jahrhundert der Maler Francesco Traini, ein Schüler des Orgagila, für die Kirche S. Caterina zu Pisa ein Gemälde ausgeführt, welches der Dispnta und der Schule von Athen verwandte Gegenstände enthält; dieselben hat später auch Benozzo Gozzoli in einem grossen Altarbild, welches sich jetzt in der Galerie des Louvre belindet, angewendet 1). Rafael, der in Urbino und Florenz in so vertrauten: Um- gang mit Gelehrten gelebt, musste hiednrch eben sowohl mit den Werken jener Dichter bekannt geworden sein, als durch seine Reisen ihm die erwähnten Malereien zur lienntniss gekommen sein werden. Es lag somit ganz im Bereich seiner Ausbildung, Ideen in sich entstehen zu sehen, wie er sie uns durch die ltlalereien in dem Zimmer della Segnu- tnra mit so grosser Pilarheit zur Anschauung gebracht hat. Über das Specielle konnte er sich dann immer mit gelehrten Männern berathen, wie unter Andern mit den damals in Rom anwesenden Inghirami, Sadoleto und dem jüngern Beroaldo, deren Bekanntschaft zu machen er obne Zweifel sehr bald Gelegenheit fand. Zu der Beschreibung von dem Bild des Parnasses ist anzumerken, dass von den Dichtern, welche sich in der Nähe des Pindar und Horaz befinden, der am Rand ste- hende das Bildniss des Sannazzaro ist, während Antonio Tebuldeo in jenem Dichter erkannt wird, der zunächst der Muse steht, und der zweite soll Boceaccio vorstellen. 1) Abbildungen dieser beiden Bilder befinden sich in RosinPs „Storia della pittura italiana", Tav. XX und CCV. Das erste der- selben zeigt in der Mitte den h. Thomas von Aquin als Centrnm aller Weisheit; seine Bücher haltend, sitzt er in Sphären, in denen zu seinen Seiten Plato und Aristoteles ihm ihre Werke, den "Timäus" und die "Ethik" vorhalten. Oben thront Christus, von dem Strah- len des göttlichen Geistes auf Moses, die vier Evangelisten und Paulus herabströmen, sowie auch Strahlen der Wissenschaft von dem zur Erde liegenden Averroes. Unten steht Papst Urban VI, von vielen Geistlichen umgeben.