Bildniss das Tebuldeo. 291 oder Lettere pittoriche V p. 134.) Dieses ist diereiuzige Nachricht über ein nun verschollenes Portrait. Dass Ra- fael schon einmal des Tebaldeo Bildniss, und zw-ariilFresco im Parnass gemalt hatte, bezeugt Vasari; allein auch die- ses ist so gut wie verloren, da wir nicht mehr wissen, wel- cher der xerschiemlenen Dichter in jenem Gemälde damit gemeint ist. Allein es ist wahrscheinlich, da 'l'ebaldeo im Jahr 1516 im 53. Jahr seines Alters stand, dass das Bild- uiss eines Dichters Inittleren Alters im Paruass hinter IIo- raz, welches Fidanza in seiner Sammlung unter N. XXIV als Ja- copo Sanazzaro bezeichnete, sielmehr unsern'l'ebaldeo vorstellt. Durch die Bestimmung des Alters, in welchem Rafael den Tebaldeo gemalt, wird auch die Angabe bei Longheua p. 241 und 638 widerlegt, nach welcher er des Dichters Portrait in dem Bilde zu finden glaubte, welches sich im Nachlass des Professors Searpa zu Pawia, jetzt bei dessen Bruder, Iirn. Michele Scarpa in dem Burgtlecken La Motta, zsvischexi 'l'reviso und Udine gelegen, befindet. Dieses zeigt einen Mann von etwa 35 Jahren, er ist etwas rechts ge- wendet, hat einen kurzen Bart, bis auf die Schultern her- abfallende Haare, die ein geschlitztes Barett bedeckt. In der rechten Hand hält er eine Papierrolle, die Linke legt er auf eine Brustlehne, an der er steht. Ein weisses Hemd bedeckt die Brust, und über dem Leibrock trägt er ein weites schwarzes Kleid, mit braunem Pelz besetzt. Den Hintergrund bildet eine Wand, mit einer Aussicht rechts ins Freie, wo man einige Gebäude nahe bei einer Brücke sieht. Dieses schöne Portrait von Rafaefs Hand und aus seiner römischen Zeit hat leider gelitten und ist stark über- malt; indessen sieht man doch, dass Kopf und Hände vor- trefllich gezeichnet und gemalt waren; dagegen sind die Kleidungsstücke schwerfällig behandelt und die Landschaft hat einen dem Rafael ganz fremden bräunlichen Ton, der an die xiiederläxldische Art erinnert, und wohl durch den Mumientirniss, womit das ganze Bild überzogen ist, eine noch entschiedenere braune Farbe erhalten hat. Das Bild soll ein gewisser Abate Ceretti aus der Dflotlggesischen Gal-