Loggia. Villa Palutizza. 285 (Siehe Verz. N. 222 das unbezweifelt von jenem grossen Schüler Rafaefs herrührt, so glaube ich mit Gewissheit angeben zu dürfen, dass die Loggia durch ihn, wahrschein- lich bald nach dem II-inscheirleil Rafaefs, ausgemalt wurde. Die Rückwand enthält drei, die rechte Seitenwand zwei grosse Felder mit lebensgrossen Figuren. Es sind folgende Darstellungen: a. Venus und Amor auf Delphinen durchziehen die Wo- gen des Meers. Composition von Rafael. Siehe N. 915. b. Venus zeigt dem bei ihr stehenden Amor ihre Wunde an der Brust. Composition von Rafael. Siehe N. 216. c. Venus zieht sich einen Dorn aus dem Fuss. Compo- sition von Rafael. Siehe N. 218. d. Venus verweilt bei Adonis. Composition von Giulio Romano. Siehe N. 219. e. Jupiter und Antiope, oder Pan und Syrinx. Compo- sition von Giulio Romano. Siehe N. 217. Über einem sechsten, nicht bemalten Felde links, sieht man oben, in der durch das Kappengewölb gebildeten Lul- nette die Entmannung des Uranus durch Kronos; eine Darstellung, welche zur Geburt der Venus N. 214 ge_ hört, Sodann über einer der Eingangsthiiren Amor, der ei- nen Pfeil abdriickt, in der Art des Zucchero gemalt, und über der andern 'l'hüre eine Landschaft mit drei schlafen- den Nymphen, denen sich ein Faun nähert. Die Decke des Gewölbes enthält in der Mitte ein Rund mit dem Wappen der Herzoge Mattei, sodann zu den Sei- ten zwei lange schmale Felder: in dem einen sieht man Hercules nebst drei weiblichen Figuren vor Jupiter auf dem Throne, wahrscheinlich des Hercules Vermählung mit Ilebe im Beisein der Juno vorstellend. Das andere Feld zeigt fünf weibliche Figuren, von denen die mittlere, Mnemo- syne, die Bildnerin des menschlichen Verstandes und des Gedächtnisses, den Pfeil des bei ihr stehenden Amor auf dessen Stirne hält. Die vier Figuren zu den Seiten stel- len eben so viele Musen, 'l'öchter der Mnemosyne, dar. Links spielt eine die Bratsche, die andere das 'l'arnburin, rechts hält eine mit aufgehobenem Arm eine Pergament-