262 Die Tapeten auch die Angabe von ein Paar Copien nach ihr. Holzschnitt in Helldunkel NDB. 1544 gezeichnet Bartsch XII p. 33. N. 7. Gest. von August Hirsclwogel, 1545. Bartsch IX p. 171. N. 2. Es ist eigen, dass schon in diesen bei- den Blättern die Trennung der Composition in drei Theile durch drei zusammengefügte Platten angedeutet ist, so dass man zu- weilen Abdriicke von nur zwei Drittheilen der ganzen Compo- sition trifft. In nachstehenden Angaben ist, von der "Linken zur Rechten gehend, die Anordnung in der Originalzeichnung RafaePs beibehalten. A. Links im Vordergrund ergreift ein sich biickender Scherge das Bein eines Knaben, welchen eine zur Erde gefallene Mutter gegen den Dolch des Mörders schützt. Hinter ihr stösst ein bärtiger Mann einem Knaben den Dolch in die Kehle und weiter hinten ergreifen ZWCi Män- ner drei fliehende Mütter mit ihren Knaben. Diese Greuel- thaten ereignen sich nahe bei einem prachtvollen, mit Säu- len und Nischen geschmückten Gebäude; im Hintergrund sieht man eine Rotonda gleich dem Pantheon. Kupferstiche: 11T. A. Corneillc, 'brave Radirung ohne Namen, si vendono in Roma vicino al oroggio della chiesa nuova. fol. Seb. Vouilleznozzt 1641. gr. fol. Angelus Cam- panella. kl. fol. Pomp. Lapi 1783. fol. III. Sarello ra- dirt. Louis Sommerau N. 2. 1779. radirt. fol. Landon N. 127. Nach einer Zeichnung im ehemaligen Cabinet von Praun in Nürnberg, von I. Tle. Prestel 1776, in Aqua tinta. kl. fol. Gegenseite. Der Kopf der Mutter im Profil ge- sehen, radirt von Jarob Frey, 12. Ein grosses Fragment des Cartons zu dieser Tapete sah ich in London bei dem nun verstorbenen Secretair der Aka- demie Prince Haare; es ist der ganze untere Theil, der aber schon zu Richardson's Zeiten 2) ganz mit Ölfarben übergangen war, so dass ich nur an einigen wenigen unberührt gebliebe- nen Stellen erkennen konnte, dass es wirklich der Carton aus RafaeYs Schule sei. YVas nun die Anekdote anbelangt, welche 1) Zani V P. II p. 378 vermuthet, dass dieser Holzschnitt von Nie. Ioldrini sei. Heinecke, Nachrichten etc. II p. 390 irrt, wenn er ihn dem Nicola Vicentini zusvhreibt, da dieser sich nicht auf obige Weise zu bezeichnen pflegte. Siehe Traitä de In. III peinture 459.