13072 1504 bis 1508. 89 Baldachino. 10' br. 6'. Madonna del Auf Holz. Hoch Maria auf einem erhöhten Throne sitzend, hält mit ih- rer Rechten das Ärmchen des Christkindes auf ihre Brust und umfasst es mit ihrer Linken. Dieses, quer auf dem Schoos der Mutter sitzend, wendet sich mit dem Köpfchen rechts. Links stehen der h; Augustin und der Apostel Ja- cobus, rechts der Apostel Petrus und ein heiliger Camal- dolenser (S. Bruno?) Vor den Stufen des Throns singen zwei stehende Engelknaben, einen Pergamentstreifen in den Händen haltend; und oben schweben zwei halberwachsene, bekleidete Engel, welche den Vorhang des Baldachins lüf- ten, der über dem Thron in einer von Säulen getragenen Nische befestigt ist. Rafael malte dieses Altarblatt iiir die Capelle der Florentiner Familie Dei in der Kirche S. Spi- rito zu Florenz, führte aber die Untermalung nie aus, da er vor Vollendung des Bildes dem an ihn ergangenen Ruf nach Rom folgte, und nachmals nicht mehr. Zeit fand es zu beendigen. Nach seinem Tod kaufte es von dessen Er- ben der Kanzleipräsident Baldassare Tnrini für die Pieve seiner Geburtsstadt Pescia. Zu Ende des 17. Jahrhunderts erstand der Grossherzog Ferdinand das Gemälde um hohen Preis von dem Hause Bonvicini zu Pescia, "auf welche das Patronatsrecht übergegangen war, indem er ausserdem eine Copie von Carlo Sacconi an die Stelle des Originals setzen liess. Dieses wurde des Nachts unter Aufsicht des Hofma- lers Gabbiani von dem Altar genommen und versendet, aus Furcht, dass das Volk einen Aufstand erregen möchte, wenn es erfiihre, welches köstliche Werk ihm Sßlltß entwendet werden. Da das Bild etwas gelitten hatte, wurde es mit Sorgfalt vom Maler Gio. Agostino CaSSillla oder Niccolo Cassana 1) hergestellt, und auf beiden Seiten ein Zoll breit angesetzt, keinesweges aber iibermalt oder vollendet, wie _eine Note zu Borghinfs Riposo, Firenze 1730 p- 316 be- 1) Siehe darüber die Note zu Vasari, Ausgabe von Siena V 526 und Longhemfs Übersetzung des Quatremnöre de Quincy p. 442