Rafael 's Grub. 565 Der Sarg von Pinienholz, worin Rafael begraben wurde, war mit einem festen Mörtel aus Kalk und gestossenem T ra- vertin überkleidet, in welchen sich die Fasern des Holzes deut- lich abgedruckt fanden. Der Überzug hatte leicht gemalte schwarze und purpurrothe Zierrathen. Das Gewand, in dem Rafael beigesetzt wurde, war mit vielen kleinen metallnen Rin- gen und Stiftchen geschlossen, von denen Cav. Fabris noch mehrere bewahrt, die grössere Zahl aber kam wieder zu Ba- fael's Überresten. Das Skelett mass 7 1,5 Palm oder beinahe 5 Fuss 2' Zoll Pariser Mass. Mit dem Kopf lag es, nach ca- nonischem Ritus, gegen die rechte Seite des Altars, oder a cornn evangelii. Den Schädel fand man von fast vollkommner Erhaltung, nur am hintern T heil, wo er autlag, ist wahrschein- lich durch das öfters eingedrungene Wasser bei den Über- schwemmungen des Tiber, eine kleine Stelle aufgelösst wor- den. Nach dem Gypsabguss des Schädels, den ich bei Cav. Fabris gesehen, ist derselbe von ausgezeichnet schöner in allen 'I'heilen harmonischer Form: die Stirne tritt über den Augen ziemlich vor, ist aber schmal und von keiner bedeutenden Höhe. Dagegen ist der hintere Theil des Schädels schön ge- wölbt und von ungewöhnlich voller Form. lm Allgemeinen scheinen am Schädel die edeln Organe gleichmässig ausgebildet, ohne dass eins auffallend vorstehe. Die Zahl der vollkommen erhaltenen, fest sitzenden Zähne von schöner YVeisse sind oben 14 unten 15 und die Spur der hervorbrechenden Weis- heitszähne bcmerkbarQ Die rechte Hand, deren Knochen man vollkommen erhalten fand, wurde gleichfalls in Gyps abgeformt, so wie auch der starke Lnftröhrenkopf, welcher noch nicht völlig verhärtet seine Gestalt behalten hatte. Nach dem Ab- guss aber ist die Hand, wie mich Cav. Fabris versicherte, in Staub zerfallen. Der Lnrynx dagegen, in ein gliisernes Ge- fass verwahrt, wurde mit dem Skelett wieder in das Grab beigesetzt. Während der Aufdeckung des Grabes sowohl, als später nach der Reinigung des Skeletts hat der Maler Cav. Vincenzo Caunuceini einige Zeichnungen nach demselben gefertigt, welche GlülIlbattlSttl Borani lithograpliirte. Es sind folgende Vorstel- lungen: I. Ansicht des aufgedeckten Grabgewölbcs mit dem noch halb mit Moder bedeckten Skelett Rafaefs. "2. Dieselbe Ansicht, das Skelett vom Moder befreit. 3. Ansicht des Tabernakels mit dem Grabgewvölbe und der darauf stehenden von Rafael gestifteten Statue der liladonna.