Bildhauer in (Trbino. 421 reiz. Trotz allen diesen Mängeln ist in den Werken doch ein tüchtiger Mann, von entschiedener Intention nicht zu ver- kennen. 4. Ambrogio d'Antonio Barpccio da MEilano war der andere bedeutende Bildhauer, welchen der Herzog Fede- rico zur Ausschmiickung seines Palastes berief. Giovanni Santi sagt von ihm in seiner Reimchronik: Ambrosio da Milan di cui en palese li mirabil fogliami, ond egli aguaglia gli antichi in ciö: cum le lor mente acesc Hor de chi pinse sculpse: pinge et intaglia ' Popere nel mondo ognhor se vede e mira El nome loro in quanto grado saglia. Und in einem gerichtlichen Instrument, wonach in seinem Beisein das Testament des verstorbenen Giovanni Santi publi- zirt wurde, heisst es: in Gegenwart Magistri Ambroxii Lapici- dae et sculptoris egregii. So wird er auch noch in einer Notarialacte vom 18. Februar. 1502 „sculptor lapicida" ge- nannt Hieraus wäre zu schliessen, dass er hauptsächlich die Or- namente der Fenster- und Thiir-Bekleidungen, die Säulenca- pitäle und Ähnliches ausgeführt habe, die allerdings von grosser" Schönheit sind und selbst heute noch als Muster einer freien Anwendung der Antike dienen könnten. Meister Ambrogio war der Stammherr der Familie Ba- roccio in Urbino, aus welcher der berühmte Maler Federico Baroccio entsprang; da indessen P. Veruaccia in den Angaben die Familie betreffend in mehrere Irrthiimer gefallen ist, ent- lehnen wir dem P. Pungileoni folgende berichtigende Nach- Weisungen: In Urbino lebten noch andere Familien mit Namen Ba- roccio und mehr als ein Arnbrogio da Milano, die aber alle nichts mit der Familie unsers Künstlers zu thun haben. Die- ser hatte zwei Söhne und drei Töchter. Valerio, von dem die Geschwister keine -N0tiz-nehmen, scheint ein natürlicher Sohn desselben gewesen zu sein. Mit Apollina verheirathet", zeugte Ambrogio einen Sohn Marc Antonio, der als Doctor der Rechte und Richter iin Dienste der Herzoge, einer der Reformatoren der Statuten von Urbino wurde. Als Universal- erbe erhielt er das schöne Vermögen des Vaters.-- Die Toch- ter Girolama blieb unverheirathet und lebte in: Haus ihres Bruders Marc Antonio. Die beiden andern Schwestern hei-