46 Giovanni gewürdigt. würdiger, ernster Charaktere, als reizender Anmuth, be- sonders in den Kindern. Indessen muss auch zugegeben werden, dass er weder die Gründlichkeit in Zeichnung und Perspective des von ihm so gepriesenen Andrea Mantegna besass, noch den Liebreiz eines Francesco Francia, noch den männlichen Ernst eines Luca Signorelli, oder den küh- nen Schwung seines Freundes Melozzo da Forli. Er kann daher unter den Künstlern seiner Zeit nicht grade zu den Ausgezeiehneten gezählt werden, welche eine neue Bahn gebrochen, wohl aber gehört er zu jenen gewissenhaften, mit Talent begabten Malern, welche überall das Gute er- kennend, nach Kräften es sich anzueignen streben und Werke geliefert haben, welche Anerkennung verdienen und erhalten werden, so lange der Sinn für sittliche Schönheit bei den Menschen lebendig bleibt. S0 lebe denn sein durch Unkenntniss öfters mishandeltes Andenken auch wieder bei nns, als ein ehrenwerthes auf, nicht nur wie es ihm wegen des Ruhmes, der Vater des grössten aller Künstler zu sein, geworden ist, sondern auch um seiner eigenen 'l'iichtigkeit und mannichfachen trefflichen Leistungen willen, wie es eine liebevolle Gerechtigkeit erheischt.