22 Gio vmzni 's Wferke. fael's, Maria Dovizia da Bibiena, daselbst eine Gedächtniss- schrift gegenüber der des Rafael setzen liess. Santa ward mit einer gleichen Mitgift wie ihre Schwe- ster dem Schneidermeister Bartolomeo di blarino verhei- rathet. Allein schon im Jahr 1490 Witwe, kehrte sie ins väterliche Haus zurück, ohne indessen ihrem Bruder zur Last zu fallen, da ihr das ganze Vermögen ihres Mannes blieb und sie wohlwollend gern Erleichterungen gewährte. Späterhiil wird angeführt werden, wie Rafael seinen gelieb- ten Oheim Ciarla bat, dafür zu sorgen, dass diese seine 'l'ante nebst ihrem Bruder D. Bartolomeo seinem Gönner Taddeo Taddei aus Florenz stattliche Bewirthung "gewähren möchten, ohne auf die Auslagen Rücksicht zu nehmen. Wir wollen nun sehen, welche Werke Giovanni in Ur- bino und der Umgegend ausfiihrte. Zu denen, welche er in seiner mittlern Zeit hier fertigte, dürfen wohl die mei- sten gezählt werden, welche bei Erneuerung der Kirchen durch Fahrlässigkeit zu Grunde gingen, oder in den letz- ten Zeiten durch die Macht der Waffen oder des Goldes dem Vaterländischen Boden entrissen wurden. Es sind da- her von den meisten seiner Kirchenbilder, die ehedem Ur- bino schmückten, nur ungenügende Nachrichten übrig ge- blieben, die aber, um einen richtigen Begriff von des Mei- sters Thätigkeit zu geben, hier nicht unerwähnt bleiben dürfen 1). Für die Cathedrale zu Urbino erhielt Giovanni den eh- renvollen Auftrag, die Tafel für den dem heiligen Blasius und Vincentius gewidmeten Altar auszuführen. Älteren Nachrichten zufolge waren darauf die beiden ebengenanntexl heiligen Märtyrer vorgestellt. Im Bericht des T. M. Ma- relli vom Jahr 1719 wird dagegen eine Geburt Christi mit, genannten Heiligen erwähnt, welches Gemälde aber, ist es das aus dem Dom noch vorhandene, von einem Nachahmer RafaePs herriihrt." 1) Die ausführlichem Angalien, die als Naclxweisungen, wenn ein oder das andere Gemälde wieder ans Tageslicht kommen sollte, willkommen sein dürften, sind im Anhang IV nachzuschlagen.