Lüttich. Brüssel. 499 setzen_ 1m Allgemeinen des Charakters den einfach frühgothischen Kirchen in Köln und dortiger Gegend ziemlich entsprechend. Die Verhältnisse des Innern, wenigstens unterwärts, etwas in die Höhe gezogen. Kirche St. Barthelemy. Romanische Anlage von angenehmen in- Deren Verhältnissen; modern umgebildet. In der Kirche das berühmte eherne Taufbecken, welches aus Notre Dame aux fonts, dem alten Baptisterium der ehemaligen Kathedrale von Lüttich herrührt. 1m J. 1112 durch Lambert Patras aus Dinant gegossen. Ein Werk von bedeutender Dimension. Der Untersatz aus Stein; daraus mit halbem Leibe ringsum hervortretend zwölf eherne Kinder (wie unter dem "ehernen Meer" des salomonischen Tempels zu Jerusalem). An dem Becken selbst stark vortretende Reliefdarstellungcn: 1) Predigt des Täufers Johannes; 2) Taufe zweier Jünglinge durch denselben; 3) Taufe Christi; 4) Taufe des Cornelius durch Christus; 5) Taufe des Philosophen Graton durch den Evangelisten Johannes. Das Werk ist von grosser Bedeutung für die mittelalterliche Kunstgeschichte; doch ist der Werth desselben in neuester Zeit wohl etwas zu hoch angeschlagen. lm Allgemeinen sind die Darstellungen durch die völlig schlichte Naivetät ansprechend. Im Nackten, besonders an den Rückenfiguren, zeigt sich schon ein bestimmter Formen. sinn, selbst eine gewisse grossartige Weichheit; sonst freilich, namentlich was die Köpfe betrifft, ist auch noch viel Barbarisches darin. Die Ge- Wandung lässt in ihrem einfachen Gefalte die gesunde Beobachtung römi- scher Stylmotive, entfernt von allem byzantinischen Wesen, erkennen. Auch an den Rindern sieht man einen entschieden hervorbrechenden Na- tursinn. Die am Relief enthaltenen Bäume sind büschelartig, doch nicht eigentlich conventionell behandelt. Zumeist dürfte die Arbeit mit den Bronzen jenes hochalterthümlichen Portales am Augsburger Dome in Ver- gleich zu stellen sein; nur ist sie allerdings in der Entwickelung schon erheblich vorgleschiiitttln uigld zugleiäh durch grössere Dimension und grün- seren Auiwan me 1r eac tenswert Kirche St. Jacques. Mit Ausnahme des romanischen Vßfbaues ein architektonisches Werk aus der allerletzten Zeit des gothischen Styles, dem Anfaägä desulötenflaläghundeits anlgehorätg. lln Pgeilcrn, Bögen, Gal- crien un ewö en ein ermüt ig p anta isc es iel mit den vothi- schen Formen, die sich eben der Laune des Meisters Iiügen müssenb; die Bögen von Pfeiler zu Pfeiler z. B. umsäumt von herabhängenden, spitzen- ärtig durchbliochtenen Täerziehtlngen. I? Gangeg eine lustige, etwas gar- arische De_ ora lOIl, le a er ings a er "au en reiner gestimmten inn eine nicht gar erfreuliche Wirkung ausübt. BrüsseL Die Kathedrale (Ste._Gudule). Gross und imposant, doch viel mehr im Ganzen als im Emzelnen. Schwerfällige Grundlage. An der Thurmfagade keine Entwickelung des Strebepfeilersystems; die Eckstrebe- auch Dinge, die anderweit sehen sehr bekannt sind. Wenn ich es dennoch Wage, diese Notizen hier ßlßluralhßn, S0 geschieht dies, weil ich glaube, dass unter Umständen auch ein rascher Blick, ein frischer erster Eindruck seinen Werth hat und dass man über bedeutende Erscheinungen, wenn sie auch nicht unbekannt sind, gelegentlich gern Eine Meinung, eine Auffassungsweise mit der ändern controlirt.