492 Berichte und Kritiken. lracht kommen können). Höchst merkwürdig ist die Schlosskirche zu Querfurt, ein Gebäude von fast speziell byzantinischer Anlage, d. h. ur- sprünglich im griechischen Kreuz gebaut, und mit einem Kuppelbau über der Durchschneidung der beiden Schiffe. Der Herausgeber setzt den Haupt- theil des Gebäudes in den Anfang des 11ten, die Kuppel in die Mitte des 12ten Jahrhunderts. MitAusnahme der Absiden sind in der Ki-rehe übrigens keine Gewölbe vorhanden. Ein besonders dargestelltes Grabmonument aus der späteren Zeit des llten Jahrhunderts verdient wieder nähere Be- trachtung. Die Kirche zu Conradsburg endlich gehört, wie bekannt, zu den reinsten, edelsten und reichsten Beispielen aus der letzten Epoche des romanischen Baustyls. Der Herausgeber giebt, ausser den Hauptansichten ihre schönen Details, besonders die der Krypta in ausführlichen Darstel- lungen. Es ist erfreulich, die Bemerkung hinzufügen zu können, dass neuerlich , und wesentlich mit auf Veranlassung des Herausgebers, durch die preussische Regierung Alles geschieht, um dies Kleinod deutscher Kunst auf würdige und seinem Werthe entsprechende Weise zu erhalten. 3) Die Doppelkapelle im Schlosse zu Landsberg bei Halle an der Saale. Eiu Denkmal der Baukunst des 12teu Jahrhunderts. Darge- stellt von A ug. Stapel, Baumeister. Mit 10 Steindrucktafehx in 4. Halle 1844. (a8 s. in s.) Dies Werk, das sich den Lieferungen des vorgenannten Puttriclfsclten anreiht, giebt sorgfältige Auskunft über ein, sowohl der baulichen Anlage als der Stylformation nach sehr wichtiges Gebäude des strengen romani- schen Styles. Es ist eine der seltenen zweigeschossigen Burgkapelleu Deutschlands, die neuerlich mehrfach besprochen sind, und wo beide Ge- schosse, für gemeinschaftlichen Gottesdienst bestimmt, durch eine Oetfnung in der Gewülbdecke des unteren mit einander in Verbindung stehen. Die Beschreibung, die der Herausgeber liefert, geht mit Sorgfalt in alle Einzel- heiten ein; die Abbildungen (Feder-Zeichnungen auf Stein) sind streng im Charakter architektonischer Risse gehalten und besonders durch die Schärfe in der Angabe der Proülirungen der architektonischen Glieder ausgezeich- net. Wir haben Mittheilungen und Darstellungen desselben Gebäudes ohne Zweifel auch in einer der folgenden Lieferungen des Puttrichschcn Werkes zu erwarten; die doppelte Arbeit kann den Freunden Vaterländi- scher Kunstgeschichte aber nur erwünscht sein, da sie zur gegenseitigen Controle beitragen dürfte und da zugleich Herr Puttrich in der Regel seine Darstellungen aus einem andern Gesichtspunkte behandelt. 4) Kunstdenkmäler in Deutschland von der frühesten Zeit bis auf unsere Tage. Bearbeitet von Dr. E. Freiherrn von Bibra, Dr. Ges- Sertv DY- Lllcanus, J. Mayer, Chef des bibliugr. Instituts, Th. Sünder- mahler u. A. 1. Abtheilurxg: Von der frühesten Zeit bis zum Jahre 1600. Erste Lief. Schweinfurt 1844. Mit diesem Heft tritt ein neues Unternehmen in die Welt, das für die (ieschichte der deutschen Kunst mannigfach erfreuliche Folgen haben dürfte, wenn 98, wie Wir wünschen und hoffen, mit frischen Kräften durchgeführt und mit Theilllahme aufgenommen wird. Der, freilich Sehr umfassende Zweck crgiebt sich aus dem Titel. Die Proben, die das erste Heft bringt,