Zur Geschichte der Kunst in Deutschland. 489 aufmgrksam macht und in diesem Betracht mit Recht jene sehr eigen- lhümlichen kalligraphischen Ornamente hervorheht, die sich in den Male- reien angelsächsischer und fränkischer Manuscripte vorfinden. Den letzteren Umstand findet sich der Verf. veranlasst, in einem Schlusskapitel zum Gegenstande einer besonderen Betrachtung zu machen und (vielleicht ein wenig zu künstlich) nachzuweisen, wie die in diesen Ornamenten enthal- tene, noch spielende Kunstäusserung als nothxrvendiger Vorläufer der selb- ständigen Kunstentwickelung des Mittelalters auftreten musste. Dies scheint auch der Grund zu sein, wesshalb der Verf. die Geschichte der karoliu- gischen Kunst an den Schluss dieses Bandes, als hinüberführexid zum fol- genden, gesetzt hat, während sie in den übrigen Beziehungen vielleicht ihre entsprechendem Stelle neben der altchristlichen und byzantinischen Kunst, mit denen sie der Irlauptsache nach noch in engster Verbindung steht, gefunden hätte. Bei den vielseitigen Forschungen des Verf. über die Geschichte der mittelalterlichen Kunst haben wir von den folgenden Bänden des Beleh- renden und Anregenden gewiss ebenfalls Vieles zu erwarten. Möge ihm zu deren Abfassung und Vollendung Musse und Kraft erhalten bleiben! Zur Geschichte der Kunst in Deutschland. 1s4a, [Kunstblatt 36 1) Baudenkrnale der römischen Periode und des Mittelalters in Trier und seiner Umgebung. Herausgegeben von dem Architekten Ch. Wilh. Schmidt. Lief. 4. Der römischen Baudenkmale 1. Heft. Die Jagdvilla zu Fliessem. Trier 1843. (Text in 4., 32 S., und 6 Kupfertafeln in F01.) Die Reste der antiken Bauanlage zu Fliessem, die im Jahr 1833 ent- deckt wurden, verdanken ihren Ruhm besonders den schönen Mosaikfuss- böden, die sich daselbst unter der schützenden Erddecke erhalten hatten. Herl- S chmidt giebt uns hier mit seiner gewohnten Sorgfalt einen Grund- riss der Bauanlage nach den von ihm selbst vorgenommenen ausführlichen Aufgrabungen der Fundamente, nebst Abbildungen der säimmtliehen, noch vorhandenen Mosaiken und der wenigen architektonischen Details, die man ebenfalls aufgefunden hat. Die Anlage giebt sich auf den ersten Blick als die Villa eines vornehmen Römers. aus der Zeit, da in den Gegenden des Mosellandes römische Cultur noch auf ihrer glänzendsten Höhe stand, 7,11 erkennen. Die Gründe. welche den Herausgeber veranlasst haben, sie ausschlicsslich als Jagdvilla zu bezeichnen, scheinen nicht gewichtig genug, wenn auch diese Benennung gerade keine Unwahrscheinlichkeit in sich einschiiesst. Leider ist die Zerstörung der Anlage so bedeutend gewesen, dass wenig mehr als nur die Fundamente erhalten und oft selbst nicht mehr die Thüren, welche die Gemächer verbanden, zu erkennen sind. Es