niederlegt. Kaum ist man wieder auf den Beinen; die Köchin geht mit eingebundenem, verdriesslichen Gesicht herum, die Kinder schreien, der Doktor weiss nichts nun, Du hast dergleichen erlebt, brauche Dir weiter nichts zu sagen. Und doch, trotz alledem glaube ich, muss man heiratenr. Vorerst überwog aber wieder die echte Freudigkeit des Soldatenlebens, welches auch schon den provenza- lischen Dichter Bertrand de Born 45) zu den jubeln- den Versen begeisterte: Nicht solche Wonne flösst mir ein Schlaf, Speis' und Trank, als wenn es schallt Von beiden Seiten: drauf! hinein! Und leerer Pferde Wiehcm hallt Laut aus des Waldes Schatten, Und Hilferuf die Freunde weckt, Und gross und klein schon dicht bedeckt Des Grabes grüne Matten. Und mancher liegt dahin gestreckt, Dem noch der Schaft im Busen steckt! Da gab es bald wieder eine wilde Reiterjagd und ein wahnsinniges Rennen (eine Skatschaka), um den Feinden echt homerisch -.v eine Viehheerde zu rauben so wurden eines Tages an achthundert Tiere erbeutet oder einen militärischen Handstreich, wobei ein Aul oder befestigtes Lager überfallen wurde, und Horschelt, wie er humoristisch behauptet, in seinem wKosakenkostüm dem Feinde gewaltig imponierteß. So schildert er mit dem Auge eines Malers unterm 7. August 1860 einen Frührnarsch: wMorgens gegen 3 Uhr brachen wir auf. Unsere Macht bestand in einer Sotnie Kosaken, zwei Eskadronen Dragoner, elf Kompagnien Infanterie und zwei Kanonen. Die tiefste Stille war anbefohlen und so lautlos als möglich rückten wir vorwärts, doch konnte man freilich nicht verhindern, dass hie und da ein Pferd wieherte oder eine Kanone einen heftig rasseln- den Stoss erhielt, da man bei der tiefen Dunkelheit die Unebenheiten des Weges nicht gehörig erkennen und- verrnciden konnte. Die Sterne glitzerten aus der dunklen