Eine kleine Anstellung, die ich im Leopoldstättertheater erhalten hatte, erleichterte ihm den Abschied. Er gab mir seinen besten Segen, stieg in den Wagen und sagte: wUm dich ist mir gar nicht bangelx und ich lief ihm, trotz seinem Abwinken, nochso lange nach, bis mir der Atem ausging ß Fritz war in einem Hinterstübchen bei einer Wasch- frau einquartiert, die ihr Möglichstes that, ihren Zimmer- herrn immer sauber zu produzieren, obwohl seine Garde- robe den minimalsten Vorrat hatte. Der Ärmste bezog wöchentlich freilich zehn Gulden, aber in Bankozetteln, von denen einer nur sieben Kreuzer in Silber galt! x50 gestattete mir mein Finanzminister häufiginur ein schwarzmeliertes Zweikreuzerbrot zum Abendimbiss; an den Gagetagen, wo wir tiefer in den Seckel zu greifen wagten, erlaubten wir uns um einen Kupferkreuzer eine Düte voll vtutti fruttie (kleingeschnittene Abfälle von mindestens zehnerlei Käsesorten) als Beigabe zu unserem Abendschmause, der dailn mit raffiniertestem Humor, als hätten wir Rebhühner und Trüffel vor uns, genossen wurde. Unser Hofmundschenk sang dazu während des Pumpens mit klarer Stimme: wWeit besser noch als "Biere, schmeckt der Malvasierh Der Maler Amerling pHegte zu sagen: xWas in einem Menschen steckt, das muss herausia Dieses Sichselbstbahnbrechen des Genies zeigte sich auch bei Horschelt. Als eines Tages der Pantomimen- meister verduftete, erbot sich der blutjunge Hor- schelt dem Direktor Henslerß) wein Ballett zu machenr. Schnell entwarf er das Programm und inszenierte sein erstes Werk, welches unter dem Titel: wDasiun- ähnliche Porträts schon am I8. März ISII als wPanto- mime in einem Akte und ßerster Versuchs mit Fried- rich Horschelts Namen, mit bestem Erfolg und Hervorruf des Verfassers über die Bretter ging. Als besondere Anerkennung erhielt der Verfasser zwölf Guldenzettel, aber in völlig abgewertetem Papier,