doch die Mache noch immer und hebt einen harmlosen Vorwurf oft zu den Höhen einer innerlich monumentalen Kunst. Man muss vdie von Faunen belauschte schlafende DianaK (1877) hierher rechnen; sie gehört als Bild zu den schönsten Böckliniana. Wie hätte ein Anderer Derartiges behandelt und was hat Böcklin Voll- kommenes in seiner Art daraus gemacht! Mit der naiven Freude der alten Niederländer und Deutschen an reinen Lokalfarben ist hier das Eigenste und Schönste darin von allen Paletten der Kunstgeschichte anscheinend zusalnniengebracht und im zartesten Schmelz verbunden. Ein reizendes Bouquet von kostbaren Tönen ist die Tafel in der That und doch so bestimmt in den Formen, so anrnutvoll in der humoristischen Auffassung des Gegenstands! In prächtiger Berglandschaft ruht da schlafend die von der Jagd ermudete Diana; ein gelbes Jagdgewand, ein herabgeglittener blauer Mantel, tiefrote Schuh umhüllen die Göttin, deren Inkarnat im lieb- reizenden brünetten Gesicht die rosige Färbung blühender Jugend zeigt. Über die am Fels Schlafende hinweg schaut man ins sonnige Land mit der durchsichtigen Luft des Südens. Zwei prächtige braune alte Faune, die am Stein hinaufgeklettert sind, bringen Leben in das Idyll. Der Strohblonde dabei regt sich ersichtlich an dem Anblick auf, der Zweite umklammert ihn angst- lich, denn er weiss, dass ein Belauschen der jungfraulichen Göttin Verderben bringt. Von I877f78 arbeitet der Künstler an seinem umfang- reichsten religiösen Gemalde; ßßDie Kreuzabnahmes. Grossartig gedacht und in vielen Teilen eine packende