Volksphantasie zum NVohnsitz eines Naturgeistes, eines noch deutlich erkennbaren Weissalben- oder Schwarzalben- Abkömmlings gemacht hat, und wenn der bluts- reine Deutsche im Gegensatz zu jedem anderen modernen Volk! die Natur nur in dieser vergeistigten und individualisierten Gestalt aufzunehmen vermag so liegt hier die Lösung der rätselhaften Er- scheinung; warum die germanische Welt so aufnahme- willig für die Antike allzeit war, NVinckelmann so mächtig wirken konnte, so zäh die besten Geister am Antiken seitdem trotz einer erwachenden nationalen Gegenströmung halten und sich verbluten mussten, Warum endlich in einer modernen Germanenseele der antik- romantische Naturmythos eine so seltsam prächtige und das antike Problem fast erschöpfende Neublüte erwecken konnte, wie im Werk von Arnold Böcklin. Die Renaissance, die italienische Tochter auch einer Wiedergeburt des Hellenismus und einer Ver- quiclzung desselben mit dem Christentum, ist das andere grosse Kulturproblem. Auch dieses war dem Germanen- tum verhiingnissvoll, denn es verdrängte im Mittelalter- ausgang die, wenn auch nicht ursprünglich, so doch in ihrem Ausbau deutsch-nationale Stilweise der Gothik. Der Einfluss der Renaissance auf uns beruht nicht so wie de!" der Antike auf Wahlverwandschaft, er ist mehr äusserlicher Natur, er war von Politik, Gipfelung des gemeinsamen Christentums in Rom, schliesslich von dem ungeheuren Aufwand an Genie und geistiger Macht ibedingt, mit dem Italien im Quattrocento und Cinque-