Halbrelief Das 177 Dies Halbrelief pflegt auch bei Münzen, Medaillen und geschnittenen Steinen angewandt zu werden, wo es sich also um kleinen Mafsstab und nähere Betrachtung handelt, solange der Beschauer sie in die Hand nimmt, um sie zu begucken. Hier kommt die Beweglichkeit des Verhältnisses, die zwischen ihm und dem Bildwerk eben durch die wechselnde Verschiebung der Lage sich einstellt, begünstigend hinzu, um die natürliche Beweglich- keit der Oberfläche organischer Formen zu ge- niessen, wie sie im Spiel der zufälligen oder will- kürlichen Beleuchtung zu erscheinen pflegt. Und in der Tat, die Grundfläche wirkt immer wie ein schimmerndes Medium, das uns die weitere Form entzieht, um so entschiedener natürlich, je mehr von der Fläche über und neben den Figuren stehen bleibt. Im Verein mit der weichen fliessen- den Ausgleichung der Formen für den darüber hin- gleitenden Blick unsrer Augen vermag dieser Hinter- grund, weiss oder gar blau getönt, vielleicht auch in zarter Vergoldung, zum Luftraum zu werden, der lichtdurchtränkt und duftig keine scharfe Durch- schneidung der Raumaxen mehr erkennen lässt und keine stereometrische Härte mehr duldet. Noch einen weitern Schritt im Verzicht auf den nahen Genuss der Schönheit organischer Formen bedeutet das Basrelief, das die eingehendere Model- lierung und innere Gliederung aufgiebt, indem es die Schatten hier zu Gunsten des Umrisses aussen unterdrückt. Indessen, diese Ableitung aus dem Halbrelief entspricht sicher nicht der Entstehung des Schmarsow, Plastik, Malerei u. Relicfkunst. 12