Die herzogliche Residenz. 139 der heiligen Katharina in der Preysingschen Kapelle der Frauen- kirche. Als diese Arbeiten vollendet Waren, richtete Maximilian seine ganze Aufmerksamkeit auf die Ausschmückung und Er- weiterung der Residenz, und erst als diese in voller Pracht und Gröfse dastand wurden die Verschönerungsarbeiten in der Frauenkirche wieder aufgenommen. Die herzogliche Residenz. Schon um 1600 War, wie aus einer Hofbaurechnung des Iahres hervorgeht, ein gutes Stück der Erweiterungsbauten vollendet, an die Maximilian gleich nach seinem Regierungs- antritte gegangen war. Im ]ahre 1596 hiefs es in einem Er- lasse: "das wir zu uerrichtung etlicher gepeW allerley pauholz vnd annderes von nötten haben." Nach NaglerI) zog sich dieser Bau rechts vom rechten Portale der Westfassade nach dem heutigen Königsbaue hin und rührte von Hans Reiffenstuel her, der hier freilich nur als Werkmeister genannt sei. Es ist hier zu bemerken, worauf schon Haeutle hinweist, dafs von der heutigen Westfassade hier noch nicht die Rede sein kann, da das Stück rechts vom rechten Portale nicht von dem sich nach links hinziehenden Teile getrennt werden kann, sondern dafs diese Bauten nichts anderes sind als die Vollendung der durch Wilhelm begonnenen Erweiterung um den Grotten- und Brunnenhof, zu der vielleicht Sustris oder Wendel Dietrich die Pläne geliefert hatte. Den Reiffenstuel hier als einen selb- ständig thätigen Architekten aufzufassen, dazu fehlt jegliche Begründung. In einer gröfseren Zahl der früher und jetzt geschaffenen Räume versah Candid die malerische Ausschmückung und wir glauben, dafs diese im wesentlichen beendet war, als mit der Anlage des Kaiserhofes begonnen wurde. Von der ursprünglichen Ausstattung der das Grotten- München 1863'