133 Teil. Zweiter stehen, der in den Händen, an denen wie an den Füfsen die Wundmale sichtbar sind, Mohn und Lilien hält. An der linken Seite ist seine Kutte zerrissen, so dal's auch das seitliche Mal zu sehen ist. Sein Blick ist nach oben gerichtet, wo von einer Engelglorie umgeben ein heller Lichtschein durchbricht. Unten mehr im Grunde kniet ein Mönch an einem Felsen, der die In- schrift B. Leo trägt, und auf dem ein Kruziiix steht. Die Kom- position ist nicht von Bedeutung, ebensowenig die des anderen Stiches, der die auf Wolken thronende mit Rosen und Lilien geschmückte Jungfrau zeigt, die das dieselben Blumen haltende Kind auf dem Schofse hat, und inmitten jubilierender Engel- scharen von hellem Lichte umstrahlt ist, das der über ihr schwebende heilige Geist spendet. Unten in einer Landschaft stehen zwei Mönche, von denen der eine, der durch Inschrift als Aegidius Socius S. Francisci bezeichnet ist, mit einem Stabe auf drei Lilien weist, welche die Unterschriften: Virgo ante partum, Virgo in partu und Virgo post partum tragen, und mit der anderen auf die Iungfrau deutet, während sein Begleiter nachdenklich die Lilien anblickt. Thätigkeit in der Frauenkirche Münchens in ersten Jahren des siebzehnten Jahrhunderts. den Zweimal hat die Frauenkirche, die gegen Ende des fünf- zehnten Jahrhunderts von dem Meister Jörg Ganghofer erbaut worden war, ihr Aussehen verändert. Zuerst als unter Maxi- milian I. der gotische Innenraum eine reiche Renaissance-Aus- stattung erhielt und dann, als man im Iahre 1858 nach langen Beratungen den Entschlufs fafste und auch zu seiner Ausführung schritt, die Kirche alles neueren Schmuckes zu entkleiden und ihr Wieder ihr früheres, gotisches Ansehen zu verleihen. SO kommt es, dafs von allen Werken, mit denen die Kunst der Renaissance diese Kirche ausgestattet hatte, bis auf das Lud- wigsmaussoleum, einzelne Gemälde und Grabsteine nur traurige