Aber den Anordnungen des allmächtigen Ministers konnten sich die Vorsteher nicht widersetzen, und so wurde denn wider ihren Willen definitiv eine Abteilung für europäische Malerei ein- gerichtet. Zu diesem Zweck zog Kouroda mehrere ihm befreundete Maler. die dieselben Ziele wie er verfolgten, heran, und wer heute die europäische Abteilung der Kunstschule besucht, wird dieselbe folgendermassen organisiert linden: In einem massig grossen Atelier, das Nordlicht hat und sich von einem europäischen in nichts unterscheidet, arbeiten vor ihren Staffeleien etwa dreissig Schüler. Kaume, gleichfalls ein Schüler Rwlzaäl Collins, führt die Auf- sicht und lässt nach altgriechischen Statuen dreissig Stunden wöchentlich mit der Kohle arbeiten. An das Atelier des ersten Iahrganges stösst ein geräuniigeres. in dem gleichfalls mit Kohle gezeichnet wird, und zwar Akt, die Woche vierundzwanzig Stunden. Als besondere Auszeichnung er- halten die Schüler dieser Bilalklasse die Erlaubnis, zeitweise mit Oel- farben zu malen. Aufsicht des Malers lrhtjislzivna Korrekturen an den Arbeiten Obzwar dieser Jahrgang unter steht, behält sich Kouroda vor, die vorzunehmen. Die sechzehn Schüler des dritten Kursus Widmen vierund- zwanzig Stunden Wöchentlich der Aktmalerei in Oelfarben. Nach- mittags aber gehen sie bei günstiger Witterung ins Freie, um zu landschaftern. Auch die Arbeiten dieses Ateliers korrigiert Kouroda zweimal Wöchentlich. Im vierten und letzten Jahrgang treiben die Schüler wieder Aktstudien; den grössten Teil der Zeit beanspruchen jedoch die Vorstudien zur Meisterarbeit, ohne die kein Schüler das Reifezeugnis erhält. Da diese Arbeiten, zu denen die Schule alles Material und Modelle liefert, ihr verbleiben, so kann man in den Korridoren und Ateliers der europäischen Abteilungen einen Ueberblick über die Leistungen gewinnen, welche die europäische Richtung bisher ge- zeitigt hat. In einem Nebengebäude beiindet sich ein Atelier, in dem dreizehn Jünglinge Köpfe nach der Natur zeichnen; die Betreffenden sind Schüler, die sich nach dem ersten Jahrgang entschieden haben, nicht unter Kouroda, sondern unter Asai, einem Eleven des ehe- maligen italienischen Lehrers Fontanegi, ihr Studium fortzusetzen.