Vorwort „Vorträge" waren in meiner Jugend, d. h. besonders im dritten Viertheile unseres Jahrhunderts, bei uns die beliebte Form, in der man freiere Studien neben strengeren Abhandlungen veröffentlichte. Ich erlaube mir dieselbe beizubehalten, indem ich hier eine kleine Sammlung meiner nicht rein fachwissenschaftlichen Arbeiten heraus- gebe, die grossentheils schon seit Jahren einzeln in dieser Form er- schienen sind. Es geht dabei freilich nicht ohne Wiederholungen ab, die aber auch sonst nicht zu vermeiden sind, WO gewisse Grund- gedanken nicht systematisch durchgeführt, aber in verschiedenen Richtungen angewandt werden. Und es bleibt auch Manches stehen, was seiner Zeit in augenblicklichen Anlässen und Stimmungen seinen Grund gehabt hat; aber auch das ist nicht zu vermeiden, wenn solche zerstreute Betrachtungen doch noch aufgehoben werden sollen, und ich möchte es auch nicht missen als Andenken schöner und grosser Tage der Jugend, denen sie ihre Entstehung verdanken. "Plastik, Mimik und Drama" ist wohl ein ziemlich unbestimmter Ausdruck zur Umschreibung des Gebietes, in das der Inhalt dieser Studien gehört. Wenn ich unter „Mimikt' im Allgemeinen den Aus- druck der ausseren Erscheinung des Menschen verstehe, durch den er auf Andere Eindruck macht, so wäre damit fast allein der Stoff und die Richtung bezeichnet, den und die ich hier behandle und verfolge, und zugleich meine Legitimation dazu hinreichend begründet, da es sich doch dabei in erster Linie um dieBeobachtung der Bewegungen des menschlichen Körpers handelt, die ich mir auch als Anatom zu