313 200 Dublonen mindestens ein Auge zugedrückt; und ich mei- nerseits habe jene Gelegenheit gern ergriffen, sowohl Wegen des sehr guten Preises, als auch wegen der Ehre, die darin liegt und die nicht grösser sein kann, indem ich sehe, wie ein Bild von mir, aus einer Stadt wie Rom, als Geschenk an einen König von Frankreich geschickt wird! Nun hört aber noch eine andere Geschichte. Der erwählte Nuntius für Spanien, nämlich Monsignor Gaetano, hätte mir gern 500 Scudi für meine beiden Philosophen-Bilder gegeben, wenn sie in diesem Augenblick noch in meinem Besitz gewesen wären. Er wollte sie dem Könige von Spanien als Geschenk überbringen. Nun, Freund! was sagt Ihr dazu? Macht man nicht Fortschritte uim Ruhme? Wächst man nicht in der Ehre und Achtung der Kunst 1)? Deshalb also, Freund! bitte ich Euch, mich zu ent- schuldigen, wenn ich im Schreiben kurz sein werde, denn ich habe den Kopf so voll Mord und Schlachtgetümmel, dass ich mir wie eine Alekto vorkomme. Ungemein hat mich die Nachricht von den Verschwen- dungen Eures Bruders überrascht, vor dem ich doch geradezu auf blossen Knieen Beichte gethan haben würde; aber das Schlimmste dabei ist, dass sich dies mit Nachtheil Eures eige- nen Vermögens zugetragen hat, was mir tief im Herzen leid thut. Ich hoffe indess, dass Euch das Eurige nicht ganz aus- gehen wird. Jedenfalls, mein Ricciardil bin ich für Euch da, und ich schwöre Euch, so lange ich noch einen Giulio habe, ist er zur Hälfte Euer; seid also guten Muthes und lacht dem Missgeschick in's Angesicht; können wir doch jetzt selbst einem Krösus und Cacilius ein Schnippchen schlagenz). Genug, dass ich mit Leib und Seele der Eurige bin. Ich wiederhole Euch noch einmal, dass Ihr im Irrthum seid, wenn Ihr glaubt, dass das ovale Bildchen nicht von der l) Nella riputazione ed opinione delP arte. 2) Im Original etwas stärker ausgedrückt: i Cresi e i Ceoili. Adesso D8 incacchiamo