126 gemalt, im Mönchskleide, aber unter der Gestalt eines Wolfes und schöne erbauliche Verse darunter hätten die Gründe dieses vWÖIfiSChBIW Aussehens angegeben. Das sei löblich und christ- lich! S0 hätte ein Mann das Bild eines Häretikers besessen. Dieser habe nämlich lange Zeit für einen tugendhaften und frommen Christen gegolten. Endlich habe die h. Inquisition das Gegentheil entdeckt und der Besitzer des Bildes sei in arge Ver- legenheit gekommen, da dasselbe gut gemalt gewesen sei, und er sich dessen nicht habe berauben wollen. Da sei er auf den guten Einfall gekommen, einen Teufel hinzu malen zu lassen, der dem Häretiker seine verderblichen Lehren ins Ohr flüsterte. Nun sei es ein gutes Werk gewesen, das Bild zu behalten! In letzter Konsequenz kommt endlich der Verfasser dazu, dass auch komische und lächerliche Bilder (ridicole) nicht gestattet seien. Mit Weinen komme der Mensch auf die WVelt, mit Wei- nen gehe er von dannen dazwischen dürfe Scherz und Lachen keinen Platz finden! Man sieht die Ideen, die einst dem armen Ammanati, dem ersten J esuitenfreund unter den Künstlern, seine letzten Lebensjahre verbittert haben (Künstlerbriefe l. 467) sind zu voller Blüthe gelangt. Das Buch ist sehr lehrreich für die Kunstgeschichte, und zwar nicht blos für die des siebzehnten Jahrhunderts. Gtmncmo an Bologna, 1652. August Von Signor D. Claudio habe ich diesen Morgen Ihren Brief erhalten, und daraus ersehen, dass jene Dame, von der Sie mir schrieben, das Bild mit dem h. Franciscus zu haben wünscht. Ew. Herrl. weiss schon, wie weit dasselbe vorgerückt ist, so dass nichts Anderes mehr nöthig ist, als dasselbe abholen zu lassen, wobei ich bitte, dass diejenigen welche es abholen ein Tuch mitbringen, um es damit zuzudecken. Inzwischen ersuche ich Ew_ Herrl. um die Gunst, in meinem Namen der Besitzerin des Bildes meine Verehrung zu bezeigen, und Sie zu versichern, dass ich bei jeder Gelegenheit ihren Befehlen gern nachkommen