44 überflüssig sein würde. Ueberdies können die Werke, deren er erwähnt, als bekannt vorausgesetzt werden; der h. Hieronymus, die h. Magdalena, die Jungfrau mit dem Näpfchen (la madonna della scodella) von Correggio sind jedem Kunstfreunde bekannt; ebenso die h. Caecilia Rafaels (Künstler-Briefe l. 109); unter dem h. Paulus ist die Figur dieses Heiligen auf dem Bilde der h. Caecilia zu verstehen, welches sich damals in S. Giovanni in monte zu Bologna befand; von den Malereien Correggids im Dome von Parma und denen des Parmigianino in der Steccata haben wir in den Künstler-Briefen I. S. 157 und 340 ff. gehan- delt; von den im ersten Briefe erwähnten Künstlern ist unter wTibaldiß der Bologueser Pellegrino de" Tibaldi (vergl. Nr. 3), unter wNiccolinoa Niccolo dell' Abbate zu verstehen (S. unten Seite 46). Mit der ßboshaften Banden im Anfang des zweiten Briefes Annibale drückt sich eigentlich noch etwas stärker aus: canaglia berettina sind die heimischen Manieristen ge- meint, welche damals die neue, ernstere Richtung mit allen Waffen des Hohnes und Spottes verfolgten. Was den Wunsch Annibale's anbelangt, sein Bruder Agostino möchte ebenfalls nach Parma kommen, so ist derselbe nicht sogleich in Erfüllung gegangen. Erst später haben sie die Kunstschätze jener Stadt des Correggio gemeinsam bewundert. Ueber die geheimen und offenen Feindseligkeiten zwischen den Caracci und den älteren Meistern, namentlich Procaccini, Passerotti und Cremonini, die auch die Veranlassung zu Annibale's Reise gewesen, vergl. Mal- vasia p. 364. Aeosmro CARACCI 3,11 PALEOTTI. Kardinal den [Bologna 1581.] S0 gross, Erlauchtester Monsignore! ist der Eifer, den ich habe, Ew. Erl. und l-Iochwürdigsten Herrl. in irgend einer Sache zu dienen, dass ich mich, in dem Vorgefühl, dass Sie gern eine genaue und gedruckte Abbildung dieser Stadt Bologna sehen würden, deren Sohn und Seelenhirt Sie zu gleicher Zeit sind, rasch daran gemacht habe, dieselbe zu zeichnen, indem ich mich bemühete, Ihrem Wunsche, wie der Wahrheit, Genüge zu leisten;