24 Dichter der damaligen Zeit, war sein Freund und Rathgeber in Bezug auf den poetischen Theil seiner Kompositionen; vor Allem aber ist sein Verhältniss zu Torquato Tasso hier hervorzuheben, mit dem er nah befreundet war und zu dessen befreitem Jeru- salem er 1586 eine Reihe von Kompositionen entworfen hat, die eine Zierde der genuesischen Ausgabe dieses Gedichtes vom Jahre 1590 ausmachen. Einen, dem mitgetheilten Anfange nach zu urtheilen, sehr herzlichen Brief Tasso's an Castello hat So- prani gesehen (V ita di Bernardo Castello a. a. O. 158), und ein zu Ehren des Malers gedichtetes Sonett Tasso's ist in der vor- erwähnten Ausgabe der Gerusalemme liberata abgedruckt. Mit dieser angesehenen Stellung, so wie mit der später erfolgten sehr ehrenvollen Berufung Castellds nach Rom steht es denn allerdings in etwas starkem Kontrast, dass Paggi denselben ge- radezu wgoifou (Tölpel, oder noch schlimmer vSchuftv) schilt. Doch scheint der Eifer Paggfs für seine Parthei in Betreff der Malerstatuten dies erklärlich zu machen, indem Soprani (a. a. O. 159) vom Castello erzählt, dass er trotz seiner künstlerischen Bedeutung und seiner ehrenvollen Verhältnisse die Schwachheit gehabt habe, sich_in dem bewussten Streite der Gegenparthei Paggfs zuzuneigen. Der am Schluss des Briefes genannte Corte ist ein Künstler der genuesischen Schule, Cesare Corte, den wir schon als Mitkämpfer der Paggi kennen gelernt haben. Er stammte aus einer alten Familie von Pavia her, und wird u. a. von Zuccaro erwähnt, der ihn in einem Briefe an Sgr. An- tonio Brignole, dessen Ueberbringer er war, als giovane gen- tiluomo einführt. Bott. VII. 516. G10. BATISTA PAGGI an GIROLAMO PAGGI. Florenz, 1590. Ausser dem, was ich Euch schon in meinen anderen Brie- fen gesagt habe, will ich nicht unterlassen, noch einiges Andere in Bezug auf diejenigen Kapitel (Artikel) hinzuzufügen, die mir wgniger verständig erscheinen, oder wenigstens auf diejenigen, die mir entschieden zuwider sind.