14 des Escurial fortzuführen; doch stimmt jenes Urtheil mit einigen Aeusserungen Vasarfs überein, der von einigen Bauten seines Freundes besonders den Reichthum an Erfindung, sowie die novita und bizarria, Neuheit und Absonderlichkeit, hervorhcbt, die gerade in jener Zeit des Manierismus als besondere Ver- dienste gepriesen wurden. An und für sich würde diese auch Wohl Zuccaro nicht getadelt haben, welcher derselben Rich- tung angehörte: jedoch konnte ihn seine Feindschaft gegen Vasari in diesem Fall leicht zu anderer Ansicht bewegen. Der obige Brief hat keine Jahreszahl, doch glaube ich den Anfang der neunziger Jahre annehmen zu dürfen, indem Zuccaro 1591 Spanien verlassen und schon 1593 oder 1595 in Rom die Gründung der Akademie von S. Luca veranlasst hat, nachdem er jene Rundreise durch Italien und namentlich durch die Lombardei beendigt, auf der auch die Malereien in Pavia entstanden sind. Es wird diese Vermuthung durch die im Briefe befindliche Aeusserung Zuccards bestätigt, dass es sich gegenwärtig um die Seligsprechung Carlo Borromeds handele. Dieser aber ist im Jahre 1590 gestorben und die Seligsprechung zwei Jahrzehende später unter Papst Paul V. erfolgt. Was den Ueberbringer von Lodovicds Grüssen an Zuccaro, den jungen Armenini, betrifft, so kann dies nicht der Verfasser des unter dem Titel ßDei veri precetti della pitturac im Jahre 1587 zu Ravenna erschienenen Buches sein, der damals schon ein Mann von mehr als 60 Jah- ren war. Vielmehr scheint ein jüngerer Verwandter dieses Gio. Batista Armenini aus Bologna darunter zu verstehen zu sein, welcher dem Zuccaro aus dem wenige Jahre zuvor er- schienenen Buche dieses letzteren die Geschichte von dem Mai- länder Künstler erzählt hat, deren Zuccaro in dem Briefe Er- wähnung thut. In dem genannten Werke (Buch lII., Cap. 15) wird nämlich eine Geschichte erzählt, auf welche die Aeusse- rung Zuccards sehr wohl zu passen scheint. Er habe einst, erzählt Armenini, den Palast eines reichen Mailänder Kaufmannes besehen, worin derselbe einen Saal von einem jungen Künstler ausmalen liess. Als dieser den Kaufmann fragte, welche Gegen- stände er auf dem Friese dieses Saales malen sollte, erwiderte dieser, er möchte ihm den Fries nur wie die huntfarbigen Strümpfe ausmalen, die jetzt Mode seien. Und als der Maler angefangen hatte, die Geschichten der Psyche nach den in Kupfer gestochenen Kompositionen RafaePs darauf vorzustellen, sagte ihm der Herr, er möchte ihm nicht zu viel Psychen malen