285 er würde nicht zufrieden sein, wenn Euch nicht etwas von dem Seinigen gefiele, ausser Jeu guten Diensten, dia er Euch in Eurem Vortheil bei Sr. Majestät leistenl wird. Seid also guter Dinge, denn (lurch Gottes Gnade künnt Ihr es sein, uncl behaltet mich in Eurer freundlichen Gunst. Herrn Giacomo Sansovino, bitte ich, grüsst von mir und dem Ani- chino küsse ich dic Hand. Schon während des ersten in Augsburg abgelmaltenexl Reichstages batte Kaiser Car] V., wohl 11m sich von den Staatsgeschäften in erwünschter Weise erholen zu künnen, Tizian an sein Hoüager berufen lassen. Tizian war erst we- nig bereit, die weite und bei seinem hohen Alter sehr be- schwerliche Reise (er hatte schon siebzig Jahre überschritten) zu unternehmen. Auf Zureden des Pietro Aretino, der durch seine Vermittelung die Gunst des Kaisers in immer hüherenl Maasse zu erwerben suchte, entschloss er sich endlich dazu und machte sich mit grossem Grefolge im Anfange des Jahres 1548 auf den Weg nach Augsburg. Nachdem er dann we- gen einiger grüssereu Arbeiten im Herbste desselben Jahres nach Venedig zurüclzgekehrt Wgr, ging cr im Oktober 1550 zum zweiten Male nach Augsburg, wo sich der Kaiser bei Gelegepheit des zweited Reielfstages aufhielt. Auch diesmal ägiagerläggillifdlesidäuftälf: Freunde Nachricht 3011 dem Erfolge seiner Bemühunäen zu geben. S0 schrieb er schon am 4. November an diesen einen Brief, der indess verloren gegangen ist. Darauf schrieb er obigen Brief vom 11.Nove1nber, in welchem er dem Are- tino die guten Aussichten für sein Gesuch mittheilt. Es scheint als 01) es sich darum gehandelt hätte, fiir den sitten- losen und in jeder Beziehung, selbst für seine nächsten Freunde änfbllveflässigen Diehter den Cardinalshut zu gewinlmen, Wes- aäf (lflilg mliliucläwahxzscheinlich in seinem Briefe an Cal-l b d _ Gbfneläthelt des Papstes für dessen Pläne em 33011 efes ewlcht _gelegt haben mag. Tizian blieb damals trotz se1n_e'r durch 611e Elfersucht der Hüflinge auf (1611 bevor- zugtezl Kunstler sehl- erschwerten Steuung in Augsburg bis