ÄUU Freundschaft und Liebe, (las bis zu Vittoriefs Toäe (1547) andauerte. Ein Verhältniss, clessen Wärme und Innigkeit von beiden Seiten vielfach bekilndet worden ist. Von Sei- ten Michel Angelds durcli (lie zahlreiclien Dichtu11gen, (lie uns, wie namentlich (las von uns angefiihrte erste Sonett, jene vollstänclige Wiedergeburt schilclurn, welche (lie Wahre Liebe immer in Llem iWIenschcn bewirkt und clic hier um so ersclieint, als sie nicht das werdencle Gemüth aines Jünglings, sondern clen nach allen Richtnngen hin ab- geschlossenen Geist und Charakter eines au? (18111 Hühenpunkt (les Lebens stelienclen Mannes betrilft. Von Seiten Vittoriafs durch flic stete Aufmerksalnkeit, mit der sie nie unterliess, bei ihreln äfter wiederholten Aufcxihalte zu Rom rlen gelieb- feu Frennd in seiner stillen Abgeschlossenlzeit flurch illren Besuch zu erfreuen Und niciht minder durch jene Aeusse- rung in einem ihrer zahlreichen an Michel Angelo geiichteten Briefe, (lie ,,voll reinster uncl süssester Liebe" xnfaren, wie Condivi sagt, ,,cr mächte doch nicht so häulig Sonette an sie richten, inclem er sie sonst hinclern würcle, ihre Morgen- andacht zu verrichten" Eine Aeusserung, (lie gGTEILlO durch ihre schlichte Naivität einen tiefen Blick in (las Herz (les ccllen Weibes thun lässt. Als Vittoria starb, erlag Michel Angelols Gemütli, (las Llllfül] so viel Leid ungebeugt unfl durch so viel Kampf 1m- gebroclieil liindurch gegangen war, fast der Verzweiflungl). Mit Liebe sprach er oft von iln- zu seinem Schiiler Condivi T 1) Ella (Vittoria) piü volte si nlossc (la ViLerbo e d'altri luoghi, (love fosse andata pcr diporto, e per passarc la state, ed a Roma sene venue, non mossa (la altra cagione, se non di veder Michel- agnolo. Condivi p. 78. Dcn Verkehr Michel Angelcfs mit der Rlarchesa bei einem ihrer Besuclne in Rom schildert dus vom Jahre 1549 datirenmleManuscripteinespotbugiesischenArchitektenundnllluminirers" Franz von Holland, der mehrcren Unberhaltungen beiWohnt-e, welche zwischen Michel Angelo, der lälarchesn und Lattantio Tolomei in der Kirche S. Silvestro (in denl duzu gehürigen Kloster hielt sich Vittoria auf) auf Monte Cavallo meist über künstlerische Gegexxstände stattfanden. Diia frauzüsische Uehersetzung dieses Manuscriptes ist bekannt gemacht vom Grafen A. Raczynski, les arts en Portugal (Paris 1846) p. 5-73. 2) P0? la Cüstei morte piü volte se ne stene sbigottito e GOIHB insensato. Condivi p. 78.