140 ganz abweichend, und bilden mit ihnen gleichsam zwei treme, den neuesten Gebäuden einen Platz zwischen lassend. Ex- sich So also ist es nieht schwer, die aus den Kaiserzeiten zu erkennen, als welche die vortrefflichsten sind und mit der grüssten Kunst und in dem sehünsten Styl der Architectur errichtet sind, und diese allein sind es, d1e ieh zu erläutern und darzustellen beabsichtige. Auch darf in Niemandes Herzen der Zweifel entstehen, ob von den alten Gebäuden die weni- ger alten, weniger schün odcr weniger verstanden seien, in- dem alle einer und derselben Art sind. Und obsehon oftmals viele Gebäude von den Alten selbst erneuert worden sind, wie man liest, dass auf dem Platz des goldenen Hauses des Nero später die Thermen des Titus nebst seinem Palaste und dem Amphitheater erbaut worden sind, so waren dieselben doch nichts desto weniger von gleichem Styl mit andern älteren Gebäuden, die über die Zeit des Nero hin- ausgingen, so wie mit denen, die mit dem goldenen Hanse gleichzeitig waren. Gleichwol nämlich die Wissenschaften, die Sculptur und die Malerei, sowie fast alle übrigen Künste längst ihrem Verfall zuge. gangen waren und bis zur Zeit der letzten Kaiser immer mehr verwilderten, so wurde doch die Architektur aufrecht erhal- ten und da-rin eine gute Art und Weise beobachtet, und man haute eben so, Wie in der Zeit der ersten Kaiser, so dass die Baukunst unter allen anderen Künsten zuletzt zu Grunde ging. Dies lässt sich aus vielen Dingen erkonnen, wie unter anderen aueh aus dem Bogen des Constantin, dessen Anord- nung in allen Punkten, die die Archjtectur betreHen, schän und gut durchgeführt ist, wogegen die Sculpturen desselben Bogens ganz unverständig und ohne jede Kunst und jedes Ver- dienst sind. Jene aber, die sich daran aus der trajanischen Beute und vom Antoninus Pius be-finden, sind ganz vortreff- lich und von vollendetem Styl Aehnliches sieht man in den 'l'hern1en des Diocletian,