21 Der Obige Brief ist bei Gaye I. App. p. 346 fmbgedruckt. Er ist in italienischer Sprache geschrieben, in emem Style, dessen klasgigghe Gediegenheit uncl Eleganz vielleicht noch aus der Uebersetzung hervorleuchten, und in einer Gesinnung", die durch männlichen Freimuth, wie durch ein wohlbegrün- detes und nie die Grenzen edler Courtoisie übertretendes Selpst- gefühl dem Bilde entspricht, das die Berichterstatter, glexch- zeitige wie spätere, von dem seinen Wissen und Charakter nach gleich grossen Manne entworfen haben. Es enthält derselbe clie Wiclmung eines noch unedirten YVerkes über die Ehe, welches "Uxoria." betitelt ist. Ueber den Inhalt dieses Werkes giebt nach Gayds Nfiftlleilung (p. 347) G. Molini in seinem Oatalogo dei cod1c1 dqlla. Libreria Palatina p. 43 Nachrieht, einem Werke, dass 1ch leider nicht benutzen konute. Doch lässt sich vielleicht ver- muthungsweise einiger Aufschluss über den Inhalt des Alberti- schen Schriftchens gewinnen. Dass dieses anmuthiger und scherzhafter Natur geweserx soi, geht aus den Sehlussworten hervor, wie Alberti denn, namentlich vor seinem dreissig- sten Jahre, mehrere solcher scherzhaften Schriftchen (inter- cvaenales genannt) gesehrieben hat, von fdenen einige sogar dem Titel nach angeführt wcrden, wie "dia Wittwe", "der Verstorbene", namatoria" u. a., die er indess zum Theil selbst dem Feuer übergeben hat. Aueh die "Ilekatonphile oder über die erülulerische Art zu lieben" scheint solcher Art ge- wesen zu sein. Das dem Pietro de' Medici gewidmete Werk- chen seheint aber auch praktischer Art gewesen zu sein, Hnicht ohne Nutzen", sagt er, ,,um sich im Leben danach zu richten"; etwa. wie jenes Werk, das er in drei Büchern unter (lem Titel "Zuüucht vor Kummer und Sorge" geschrieben hat und von welchem bei Bandini die reizende Einleitung abgedruckt ist. Ja selbst über dia specielle Auifassung des Gegenstandes wird man nicht ganz unsichere Schlüsse aus einigen Aeusse- rungen schäpfen künnen, dia Alberti über den Oharakter des schänen Geschlechtes gethan und die ich von dem anonymen Lebensbeschreiber bei Muratori Scriptor. Rer. Ita-l. V01. XXV. p. 300 und 301 angeführt inde. "Nichts", pfiegte er zu sagen, ,,sei dan Weibern so eigen- thümlich, nichts so in ihrer Natur begründet und ihnen S0 eingeboren, als dass, wenn sie irgend etwas gesagt 011W gethan; ihnen dies allsogleich Wieder leid thäte und sie dessen gereüfef Und dazu gehiirt die nicht minder be-Zeicllnellfle, 3116?