XXIX unrechtnlässig errungene Herrschaft betrachten. Von den zahlreichen Herrengeschlechtern jener Periode wollen wir nur die Gonzaga, die Este, äie Sforza anüihren, äeren enger and freundschaftlicher Verkehr mit Künstlern aus vielen lier nachfolgenden Briefe hervorgeht. Und Wie naiv plaudert der alte Mantegna mit seinem jungen Herrn Franceseo Gon- Zaga! Wie gemütlulich ist noch selbst im sehszehnten Jahr- hundert der Verkelu- des Federigo Gonzaga mit de-n Künstlern, wenn jener Tizian bittet, ihm ein Gerieht Fische ans Venedig mitzubringen, oder Giulio Romano deux Fürsten Bericlxt über (lie Pfaueneier abstattet! Wie gross und unablzängig stellt Michel Angelo den Päpsten gegenüber! l) Erst um die Hälfte und noch mehr gegen das Encle des sechszehnten Jahrhunderts scheint hier eine Aenderung ein- getreten zu sein, (lie zum grossen Theil mit durch dia unglücklichen politischen Verhältnisse Italiens bedingt ist; insbesondere seitdem durch (lie entarteten Nachkcnnmen der Mediceer, Alexander und namentlich Cosimo die letztdn Reste der Freiheit und Unabhängigkeit Toscanzüs erdrückt worden waren. Da. gewinnt auch der Verkehr zwischen den Fürsten und Künstlern eine andere Färbung; Schmeichelei und cere- monielles Wesen tritt an die Stelle des frühereren offenen 1) Recht bezeichnend für das Verhältnliss zwisclnen Fiirst und Künstler isb die folgende Erzähhuxlg Benvenuto Cellinfs. ,,Mein Freund", sagte Künig Franz I. zu (liesem, indem cr ihm mit der Ilaml auf die Schulter schlug, ,,ich weiss nicht wer das grüsste Vergnü- gen haben mag, ein Fürst, der einen Mann nach seinem Herzen ge- funden hat, oder ein Künstler der cinen Fürsten findet, von dem er alle Bequemliclnkeiten erwarten kann, seine grossen und schfmen Gedanken auszuführen. Ich versetzte darauf: wenn ich der sei, den et meine, so sei mein Glück immer das grüsste. Darauf versetzte 91'! wir wollen sagen, es sei gleich." Cellinfs Lebensbeschreibuxlg übersetzt von Güthe Buch III. Kap. 6.