werfe die Wände möglichst rauhft) nachher aber bringe man über dem trockenen Rauhanwurf den feinsandigen Verputz so an, dass die Richtung genau eingehalten wird, nach der Länge dem Riohtscheit und der Schnur, nach der Höhe dem Senkblei und in den Ecken dem Winkelmasse entsprechend. So aber wird die Oberfläche des Verputzes für Gemälde tadellos werden." Der Verputz ist aber für Gemälde dann deshalb tadellos, weil er aus gleichmässig dick angetragenen Schichten besteht, wodurch es allein möglich wird, einen Malgrund von gleicher Beschaffenheit zu erhalten. Mangelt hingegen den Schichten die gleichmässige Stärke, hat man erst mit der Schluss- schichte, der Malfläche, die Wand gerade gemacht, hier flache Einsenkungen ausgefüllt, dort Erhöhungen des Untergrundes kaum gedeckt, dann muss das Auftrocknen auch unregelmässig erfolgen, was bei der Arbeit, wie schon in meiner ersten An- Weisung zur Fresco-Malerei bemerkt ist, unangenehm empfunden wird. Dahingegen sichert ein gleichmässig aufgetragener Grund die nur denkbar angenehmste Behandlungsweise und zeigt nach dem Auftrocknen die grösste Vollendung; wo dies aber eintritt, da ist auch die Dauer gewährleistet. Mit Vorstehendem (liirfte die Fresco-Technik hinreichend erörtert sein. Ausser derselben ist es nur noch die sogenannte "lllineral-Malerei", welche die ausschliessliche Benutzung anor- ganischer Stoffe (wie dies schon der Name besagt), fordert. Bei dieser Malweise kommt als wesentlichster Faktor das Wasserglastt) zur Verwendung. A. Keim in München hat die von Professor Schlotthauer in Gemeinschaft mit dem Oberberg- rath Joh. Nep. v. Fuchs in den dreissiger Jahren dieses Jahr- hunderts erfundene Stereochromie weiter ausgebildet und ver- vollkommnet. Da der Erfinder des heutigen Verfahrens in einer zu Wien im Hartlebemschentiw) Verlage erschienenen technisch- m) Das soll offenbar geschehen, um möglichst viele Haftpunkte zu einer zunächst rein mechanischen Verbindung zu gewinnen, doch mag man sich vorsehen, keine über diesen Zweck hinausgehende Erhöhungen und Vertiefungen zu schaffen, später hier dick, dort wieder dünn an- zutragen; auch der Rauhbewurf, so zerklüftet sich seine Oberfläche auch darstellen mag, ist doeh nach Möglichkeit in gleiehmässiger Stärke herzustellen. silieat oder kieselsaure Verbindungen. 3M) Chemisch-technische Bibliothek. Band LXXVIII. Die Mineral- Malerei. Neues Verfahren zur Herstellung witterungsbeständiger Wand- gemälde. Techniseh-wissenschaftliche Anleitung von A. Keim. Wien, P 65h Leipzig, A. Hartlehenk Verlag 1881.