264. gerechtfertigte Mittel verwendet, so wirkt ein solcher Pleenas- nrus ermüdend. Giebt es doch Gedichte, wie das Mignonlied, von denen man sieh sagen muss, dass in ihnen nicht ein einziges Wort anders gewählt werden dürfe, d. h. dass die wirklich gewählten Werte die hessten sind.a Unstreitig lässt sich diess Prineip aus doppeltem Gesichts- puncte fassen. Factisch sagt es uns selbst zu, mit möglichst ge- ringem Kraftaufwande viel zu leisten, und so wird es uns auch associativ nach den Th. l, S. 408 gemachten Bemerkungen gefallen, uns gegenüber mit geringem Kraftaufwande viel geleistet zu sehen; aber es werden auch objective Leistungen der Art mindestens zu- meist einen geringern innern (psychisch-physischen) Kraftaufwand fordern, um aufgefasst, begriffen, verfolgt zu werden, und insofern durch eine directe Einwirkung gefallen, wie sich wohl weiter ausführen liCSSO. Nun könnte man vielleicht daran denken, diess Prineip an die Spitze der ganzen Aesthetik zu stellen, indem man alle Lust und Unlust überhaupt von ihm abhängig machte; und wenn Vierorclt selbst in Hervorhebung der Wichtigkeit des Principes nicht so weit geht, dürfte es hiegegen im Sinne von Avcnarius sein, der in einem interessanten Schriftchen dasselbe Prineip unter der Bezeichnung nPrineip des kleinsten Kraftmtissesa an die Spitze der ganzen Philosophie gestellt und dabei mehrfach Ge- legenheit genommenhat, Unlustreaetionen im Vorstellungsgebiete mit diesem Principe in Beziehung zu setzen. Wirklich mag diess Prineip in gar manchen der von uns bisher betrachteten, sich ja überhaupt so vielfach verflechtenden, Principen seine Rolle mit spielen; inzwischen scheint mir Folgendes eiltgeigenzustehen, ein Fu n da mentalprincip der Aesthetik daraus zu machen. Dass es uns überhaupt gefalle, möglichst geringe Kraft zu brauchen, lässt sich nicht sagen, sondern nur relativ geringe in Verhäiltniss zu einer bezweekten Leistung. Und so gälte es für ein Fundamentalprincip der Aesthetik, diese Relation auf einen klaren Gesiehtspunct zu bringen, und zwar einen solchen, der nicht blos die Beziehung zu beztveckten Leistungen, um die es ken der Welt. gemäss dem Princip des kleinsten zu einer Kritik der reinen Erfahrung. Leipzig. ä) Philosophie als Den Kraftmasses. Prolegomena Fues's Verlag. 4876.