260 ins Spiel. Theils das Grundmoment der Vorstellungs-Lust und Unlust, vermöge dessen wir überhaupt lieber Glück als Unglück um uns sehen, theils das Bewusstsein oder Gefühl, dass unser Wohl und Wehe mit dem von Andern zusammenhängt, in welcher Hinsicht das Gesetz gilt, dass wir Lust und Unlust respectiv an der Lust und Unlust dessen haben, dessen Dasein zu unsern eigenen Lustbedingungen gehört, umgekehrt bezüglich dessen, dessen Dasein zu unsern Unlustbedingungen gehört, Gefühle, die in der Liebe, dem Hass, der Rache ihre Bolle spielen. Endlich kann uns in früher hesproehener Weise (S. 234) der Contrast unsrer Lust oder Unlust mit der grössern oder, kleinern Lust oder Unlust Andrer in der Art beschäftigen, dass daraus ein sccundärer Zuwachs unsrer eigenen Lust oder Unlust hervorgeht. Wie ist die Lust so Mancher an der Grausamkeit zu erklären? Einmal kann dem Grausanien die Qual Audrer nur in negativem Bezüge zu ihm selbst und sein eigner leidl0sei' Zustand in (JQnLraSL damit erscheinen; hat doch der Grausame selber nicht die Qual, der Andre hat sie. Doch darauf kommL vielleicht hiebei nicht viel an; zweitens aber kommt hier die Lust an starken reeeptiven Er- regungen, wovon wir früher gesprochen, in Betracht; so dass es grausame Menschengegeben, die ohne Hass und Rache ihre Lust am der Qual Andrer gefunden haben. XLII. Princip Mitte. der ästhetischen Wenn ein Gegenstand zufälligen Abänderungen der Grösse oder Form für unsere Anschauung unterliegt, so scheint unter sonst gleichen Umständen der mittlere Werth ästhetischer- seits bevorzugt, oder erscheint mit dem Charakter vorwiegendei- Wohlgefäilligkeit als Normalwerth gegen die übrigen, indess diese nach Massgabe ihrerAbweichung vom mittlern minder wohlgefällig und bei Ueberschreitung gewisser Gränzen selbst misslällig er- scheinen können. lch glaube freilich nicht, dass genau das a ri Llnnebische Mittel dieser Normalwerlh sei, sondern der Werth, von dem die Abwei- chungen um so seltner werden, je grösser sie in Verhälmiss zu dem- selben sind, und den ich im 33. Ahschn. bei Betrachtung der Ge-