248 Bedürfniss des Wechsels jeder Art von Beschäftigung hingewiesen worden, und hierin liegt die Begegnung des jetzigen Principes damit. Das Uebrige gleichgesetzt tritt das Bedürfniss des Wechsels einer Beschäftigung um so rascher ein, je grösser ihre Annäherung an die G-leichförmigkeit ist, und verstärkt sich um so mehr, je länger sie nach Ueberschreitung des Punctes, wo Wechsel Bedürf- niss wird, noch in der alten Weise fortgeht; mit dem wachsenden Bedürfniss des Wechsels aber steigert sich zugleich die Unlust seiner Nichtbefriedigung und die Lust seiner Befriedigung. Es kann der Fall sein, dass durch eine Beschäftigung gewisser Art unsere für Beschäftigungen überhaupt disponible Kraft so er- schöpft ist, dass wir das Bedürfniss fühlen, die Beschäftigung mit möglichster Ruhe oder selbst Schlaf wechseln zu lassen, wofür das nächst zu betrachtende Princip massgebend ist; in sofern aber noch Bedürfniss der Beschäftigung übrig ist, gilt allgemein, dass, je ermüdeter wir von einer gewissen Art der Beschäftigung oder je überdrüssiger wir derselben sind, eine um so verschiedenartigerc Beschäftigung zum Bedürfniss wird. Der Fortsetzung einer Be- schäftigung in derselben Weise nähert sich eine häufige Wieder- holung in kurzem Zeitraume und tritt unter dieselben Gesichts- puncte. Wer von geistiger Arbeit einer gewissen Art ermüdet ist, kann sie noch gern mit einer andern Art geistiger Beschäftigung vertauschen, aber auch von geistiger Beschäftigung überhaupt so ermüdet sein, dass er nur, um seinen noch übrigen Beschäftigungs- trieb zu erfüllen, zum Spazierengehen, Turnen u. dergl. mit mög- lichstem Ausruhen der geistigen Thätigkeit überhaupt Zuflucht nimmt. Wer von activer Beschäftigung recht ermüdet ist, wird sich, wenn er überhaupt noch beschäftigungsfähig ist, gern der recep- tiven Beschäftigung durch ein Schauspiel, Goncert u. dergl. hin- geben. Nun führt das tägliche Leben theils von selbst einen gewissen Wechsel von Anlässen activer und receptiver, körperlicher und geistiger Beschäftigung mit sich, theils rufen wir einen solchen willkührlich hervor, um uns vor Ueberdruss und Ermüdung zu schützen. Insofern aber im Leben der Meisten diese Wechsel sich in der Hauptsache in bestimmten Gränzen und in einem bestimmten Charakter halten, in ähnlicher Weise Tag aus Tag ein wiederholen,