212 stamm und Kapitell, wenn schon aus demselben Stoffe gearbeitet, nicht mit derselben Farbe zu bekleiden haben. Magnus will, der Baumeister soll so viel als möglich das Baumaterial selbst von so verschicdenfarbigem Stoffe Wählen, dass daraus eine wohlgefällige Mannichfaltigkeit der Erscheinung am Bauwerke hervorgehef). Eine Zumuthung, die unstreitig praktisch nicht weit durchführbar und jedenfalls nicht so durchführbar ist, dass die architektonische Gliederung hinreichend zum Ausdruck kommt, da die Verschieden- heit des Materials sich damit gar nicht parallel halten lässt. Eine Charakteristik aus jenem Gesichtspunete aber erscheint nicht nur an sieh mindestens eben so wichtig als aus (liesem, sondern ge- winnt auch dadurch den entschiedenen Vortheil, dass den Be- dingungen directer Wohlgefalligkeit damit besser genügt werden kann. Also wird man nur sagen können, dass, insoweit sich der Vortheil der Charakteristik durch die natürliche Erscheinung des Materials mit dem Vortheile der Erscheinung der Gliederung des Bauwerkes und clirecten Wohlgefäilligkeitsrücksichten verträgt, jener Charakteristik Folge zu geben sein möchte. XXXV. Farbenlehre. ästhetischen Zllf Beitrag In Th. I. S. 400 H". isL bei Gelegenheit des ästhetischen Asso- ciationsprincipes der äISSOUiEIIÄVB Eindruck der Irarhexn besprochen worden. Fügen wir hier noch eine Ergänzung in Betreß" des (lirec- Len Eindruckes der Farben , und des direclen so wie associativon von Weiss und Schwarz hinzu. V 0m rccten der .ndruCkc Farben. Unstreitig machen die Farben abgesehen von aller associirten Bedvutung schon durch eine angeborene Beziehung zu unserer ü) Somlerhar, die natürliche Färbung der menschlichen Geslalt in der bildenden Kunst soll barbarisch, hiegcgen die natürliche Erscheinung des Bnumalerials in der Baukunst gefodert sein, während die bildende Kunst. von vorn herein darauf ausgeht, die Natur nachzuahmen, die Baukunst, solche nach Zwecken umzuändern. Hierin scheinl. mir etwas von verkehrteMVelt zu iegvn.