177 das Gegentbeil mit der Statue eines Jupiter. Eine Musik aus star- ken, vollen, lang zinsgehaltenen Tönen wird man erhaben finden können, wenn sie durch harmonische Beziehungen dem Eindrucke der Stärke und Fülle der Töne zu I-lülfe kommt, und Schauder-halt statt erhaben, wenn sie sich in missklingenden Akkorden bewegt. Eine Tanzmusik auf der Orgel ist wie der kolossale Amor vielmehr ungeschlacht als erhaben. Das Gefühl für die Erhabenheit ,von Gebirgsgegenden ist am wenigsten bei den Gehirgsbewohnern selbst, xiamentlieh den un- gebildeten Klassen derselben, zu finden. Wie viel schöner ist es, sagen sie, sich in einer Ebene weit umsehen zu können , und wie viel schöner ist die Fruchtbarkeit der Ebene, als was die Berge bieten. V. Saussure erzählt von einem savoischen Bauer, der alle Liebhaber derEisgebirge Narren nannte. Fragt man sich, woran diess hängt, so hat man zu sagen, theils an dem schon bemerkten Um- slande, dass der Eindruck der Erhabenheit wie jeder ästhetische: Eindruck (lem Eintlusse drr Abstumpfung durch Kkiietltsrhohlng und Dauer unterliegt; theils daran, dass den Gebirgsbewohnern die Mühseligkeilen und der geringe Ertrag der Natur den Anblick der Grösse und Höhe, wovon diese Nachlheile abhängen, verleiden ; endlich daran, dass die niederen Klassen wenig Höheres an den Anblick zu associiren wissen. Hiegegen hat der in einer Ebene heimische 'l'ourist, der dieselbe Gegend bereist, den vollen Eindruck des Contrastes, und statt sich in der Gegend abzuarbeiten, durch- reist er sie mit Comfort oder macht Anstrengungen eben nur, um eines erhabenen Eindruckes zu geniessen, und ist von Jugend auf so zu sagen darauf abgerichtet, den Dingen ihre höheren Bezie- hungen abzuempfinden. Alles das sind Bedingungen, welche seiner Empfänglichkeit für den erhabenen Eindruck von Gebirgsgegenrlmzn zu Statten kommen. Bei Kindern, rohen Nationen und dem Proletariat der gebildeten bemerkt man überhaupt wenig vom Eindrucke derErhabenheiL der Natur, weil ihr geistigerBlick den sinnlichen nichtweitqberrzigtund übersteigt. Dazu kommt es auf dieArt und Richtung der Bildung an. Die alten Griechen und Römer konnten noch nicht eben so wie wir den Eindruck einer einheitlichen schöpferischen Macht an die Be- trachtung der Natur knüpfen, und so entgieng ihnen ein Moment, was hoi uns zum Eindrucke (ler Erhnbenheit grosser Naturscenen beitragen kann. F e 011 n e 1', Vorschule Avstheti